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Sechs Tote nach Schüssen in Stade: Was wir zu Täter und Opfern wissen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 30, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Sechs Tote in SchutzeinrichtungWas wir nach den Schüssen in Stade zu Täter und Opfern wissen

Beamte der Spurensicherung stehen vor der Jugendeinrichtung in Stade, in der ein Mann um sich schoss. (Foto: Ulrich Perrey/dpa)

In Stade erschießt ein Mann sechs Mitarbeiter einer Mutter-Kind-Einrichtung. Neben dem mutmaßlichen Täter nimmt die Polizei auch eine 65-jährige Frau fest. Nun prüfen die Behörden die Identität der Opfer – wie es mit dem Hauptverdächtigen weitergeht, ist indes offen.

Nach dem gewaltsamen Tod von sechs Menschen in Stade steht die Identität der Opfer noch nicht fest. Die Identifizierung dauere an, sagte eine Polizeisprecherin. Unter den Opfern seien vier Frauen und zwei Männer. Ein 45 Jahre alter Mann soll am Montag in der Stadt westlich von Hamburg auf die Menschen geschossen haben.

Weitere Verletzte gebe es aber – anders als bisher berichtet – nicht: Die Einsatzkräfte fanden demnach vier Tote in der Einrichtung, einer Mutter-Kind-Wohngruppe, eine weitere Person sei reanimiert worden – allerdings vergeblich. Das sechste Opfer starb im Krankenhaus. Mit den Verletzten seien diese beiden Personen gemeint gewesen, erklärte die Sprecherin.

Hintergrund der Tat ist nach Angaben der Polizei vermutlich ein Sorgerechtsstreit. Der Tatverdächtige hatte demnach in der Einrichtung einen Termin bezüglich des Sorgerechts für seine drei Monate alte Tochter – zusammen mit vielen seiner Opfer. Laut Polizei waren die getöteten Frauen und Männer alle in der Jugendhilfeeinrichtung beschäftigt. Die Mutter des Kindes, eine 34 Jahre alte Frau, sowie das drei Monate alte Kind zählen nicht zu den Todesopfern.

Mutmaßlicher Täter war polizeilich bekannt

Eine zentrale Frage dürfte sein, wie es mit dem Hauptverdächtigen weitergeht, den die Polizei kurz nach der Tat festnahm. Ob ein Haftbefehl beantragt und der Mann in Untersuchungshaft genommen wird, sei noch offen, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Burkhard Vonnahme – Leiter der Staatsanwaltschaft Stade – bei einer Pressekonferenz am Abend.

Der mutmaßliche Täter wurde nach Angaben der Behörden in Deutschland geboren, er hat türkische Wurzeln. Er stammt demnach aus dem Raum Hannover, der Mann war polizeilich bekannt, galt aber nicht als gewalttätig. WDR und NDR berichteten, dass er nach ihren Informationen zum Miri-Clan gehöre. Auf Nachfrage erklärten die Behörden auf der Pressekonferenz, dass ihnen dies nicht bekannt sei.

Außerdem nahm die Polizei eine 65-jährige Frau fest, sie war die Fahrerin des Fluchtfahrzeugs. Die Frau hat nach derzeitigem Erkenntnisstand eine enge Verbindung zur Familie des mutmaßlichen Täters.

Offene Fragen werfen weiter die Tatwaffe und der Tathergang auf. Aus ermittlungstaktischen Gründen sagte die Polizei bisher nicht, um welche Art von Waffe es sich handelt – oder wie der Täter an sie herankam. Eine Erlaubnis zum Besitz von Waffen hat der Verdächtige nach Angaben der Behörden aber nicht. Auch der genaue Ablauf der Tat, die in der Jugendhilfeeinrichtung stattfand, ist bisher nicht öffentlich bekannt. Die Ermittler verwiesen auf die aufwendige und detaillierte Arbeit der Spurensicherung.

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens nannte die Tat am Abend einen singulären Fall, der nichts mit früheren Fällen zu tun habe. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz drückte am Abend sein Mitgefühl aus. „Die Nachricht aus Stade erschüttert bis ins Mark“, schrieb der CDU-Politiker auf der Plattform X. Viele Menschen, „die helfen und schützen wollten“, hätten ihr Leben verloren oder seien verletzt worden. „Mein Mitgefühl gilt den Opfern und ihren Angehörigen“, schrieb Merz weiter. Zudem dankte er den Polizistinnen und Polizisten „für ihren schnellen Einsatz“.

Quelle: ntv.de, nbr/dpa

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