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Startseite»Politik»SpaceX bricht ein und sorgt für Tech-Ängste an Börsen
Politik

SpaceX bricht ein und sorgt für Tech-Ängste an Börsen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 23, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Marktbericht

Stand: 23.06.2026 • 14:14 Uhr

Eine Welle von Gewinnmitnahmen hat die Technologieaktien erfasst. Exemplarisch dafür ist der Kurseinbruch beim Weltraumgiganten SpaceX, der erst seit Kurzem an der Börse ist. An den Märkten geht nun die Sorge vor weiteren Verlusten um.

Detlev Landmesser

Die Hoffnung auf neue Rekorde an der Börse ist vorerst geplatzt: Schon seit Handelsbeginn steht der deutsche Aktienmarkt unter Druck. Bis zum frühen Nachmittag verliert der DAX 0,9 Prozent auf 24.903 Punkte.

Zweistellige Verluste in Seoul

Auslöser sind heftige Gewinnmitnahmen bei den Technologiewerten, die sich im asiatischen Handel verstärkt hatten. In Südkorea war die Korrektur so heftig, dass der Handel in Seoul zeitweise ausgesetzt wurde.

Der Leitindex Kospi schloss zehn Prozent tiefer. Viele große Technologietitel wie Samsung oder der Chiphersteller SK Hynix verloren zweistellig. In Tokio konnte der Nikkei seinen Verlust auf drei Prozent begrenzen.

Entsprechend gehören der Halbleiterkonzern Infineon und der KI-Profiteur Siemens Energy heute zu den größten Verlierern im DAX. „Die Schwäche der Technologieaktien weltweit beunruhigt die Anleger“, sagte Jochen Stanzl, Analyst der Consorsbank. „Der DAX gerät unter dieselbe Welle an Gewinnmitnahmen, die auch Asien und die US-Börsen erfasst hat.“

SpaceX büßt zwischenzeitliche Gewinne ein

Der auffälligste Protagonist dieser Korrektur ist Elon Musks Weltraumgigant SpaceX. Dessen erfolgreicher Rekordbörsengang am 12. Juni stellte den bisherigen Höhepunkt der Technologie-Rallye dar. In New York rutschte das Papier gestern aber um 16 Prozent ab. Damit beschleunigte die Aktie ihre jüngste dreitägige Verlustserie. Angesichts steigender Ausgaben hatte sich der Konzern zuvor erstmals über den Anleihemarkt Fremdkapital besorgt.

Wertverlust von über 600 Milliarden Dollar

Seit seinem zwischenzeitlichen Höchststand von 225 Dollar vor einer Woche hat das Papier damit wieder ein Drittel an Börsenwert eingebüßt. Das entspricht über 600 Milliarden Dollar. Mit knapp über zwei Billionen Dollar Börsenwert gehört der Raketen- und Satellitenkonzern aber noch immer zu den sieben wertvollsten Unternehmen der Welt.

Im vorbörslichen US-Handel heute notierte die Aktie zunächst weitere drei Prozent tiefer und damit knapp unter den ersten Börsenkurs von 150 Dollar, erholte sich dann aber wieder. Der Ausgabepreis hatte bei 135 Dollar gelegen.

Die meisten Anleger, die nach dem Börsengang eingestiegen sind, haben also ihre zwischenzeitlichen Gewinne wieder eingebüßt. „Da die Aktie nun fast wieder dort angelangt ist, wo sie beim Börsengang in den Handel gestartet ist, sehen die Anleger auch für den gesamten Sektor rot“, so Consorsbank-Analyst Stanzl.

Droht nun die „Tech-Dämmerung“?

Das nährt die Sorge vor einer stärkeren Korrektur bei den gut gelaufenen Technologiewerten. Erleben wir also die schon häufig beschworene „Tech-Dämmerung“ nach den starken Gewinnen der vergangenen Monate?

Noch kann es darauf keine abschließende Antwort geben. Die jüngste Tech-Rallye ist kaum von der auslösenden KI-Rallye zu trennen. Auch für diese Verschränkung ist SpaceX exemplarisch, das neben den Weltraumaktivitäten bewusst auf das Standbein KI setzt.

Wie widerstandsfähig der KI-Boom an der Börse ist, hat sich beispielhaft nach dem DeepSeek-Schock Anfang 2025 gezeigt. Damals hatte die überraschend leistungsfähige Konkurrenz eines Sprachmodells aus China die anhaltenden Kursanstiege für mehrere Monate unterbrochen. Danach gingen diese aber umso ungestümer weiter. Allerdings hat sich seither das Zinsumfeld angesichts des inflationären Schubs infolge des Iran-Kriegs stark eingetrübt. Die hohe Kapitalaufnahme der Technologiekonzerne wird in einem Umfeld steigender Zinsen deutlich teurer und riskanter.

Korrekturphasen in einem überhitzten Marktumfeld sind also per se nichts Ungewöhnliches. Für den langfristigen Bestand der steigenden Kurse bleibt die Frage entscheidend, ob sich die milliardenschweren, oft schuldenfinanzierten Investitionen der Unternehmen in den Aufbau und Einsatz von KI-Anwendungen lohnen werden. Und auch diese Frage lässt sich in Zeiten einer gerade erst angelaufenen KI-Revolution noch nicht beantworten.

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