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Spritpreise steigen und steigen: Jetzt wird es voll an den Tankstellen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 30, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Spritpreise steigen und steigenJetzt wird es voll an den Tankstellen

30.06.2026, 10:48 Uhr Von Christina Lohner
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Die Preise haben bereits in den vergangenen Tagen zugelegt. (Foto: picture alliance / Rene Traut Fotografie)

Schon vor dem Ende des Tankrabatts legen die Benzin- und Dieselpreise wieder zu. Deshalb dürfte es sich lohnen, spätestens heute Vormittag nochmal vollzutanken. Mit Spritpreisen auf Vorkriegsniveau ist noch lange nicht zu rechnen.

Die Ölpreise sinken zwar schneller als erwartet, doch die Preise für Benzin und Diesel werden am morgigen Mittwoch trotzdem wieder massiv steigen. Denn ab dem 1. Juli gilt der Tankrabatt von 16,7 Cent pro Liter nicht mehr. Zuletzt war erwartet worden, dass die Spritpreise dann ziemlich genau in der Höhe wieder zulegen. Doch sie steigen schon seit Tagen wieder.

Damit haben sich die Mineralölkonzerne einen Preispuffer für Mittwoch geschaffen. Denn der Steuerrabatt endet zwar um Mitternacht, doch aufgrund der 12-Uhr-Regel dürfen die Tankstellen ihre Preise erst mittags anheben.

Das ist auch der Grund, warum Kraftstoff heute Vormittag zumindest noch einmal günstiger sein dürfte als ab dem Mittag. An den Zapfsäulen wurden deshalb Kunden-Schlangen erwartet.

Der ADAC sieht den Preisanstieg schon vor Ende des Tankrabatts kritisch. Für die Steuer ist die Lieferung, nicht der Verkaufszeitpunkt entscheidend. Deshalb dürften die meisten Tankstellen am Vormittag des 1. Juli noch vergünstigten Kraftstoff haben, teils noch länger. Mit Blick auf den Tankrabatt dürften die Preise somit theoretisch erst in den Tagen danach steigen.

Doch während Preiserhöhungen in der Regel umgehend an die Kunden weitergegeben werden, dauert es, bis Preissenkungen bei den Autofahrern ankommen. Deshalb schlägt sich auch der gesunkene Ölpreis noch nicht nachhaltig in den Spritpreisen nieder. „Rakete, wenn es nach oben geht, aber Feder, wenn es wieder nach unten geht“, sagte Carsten Brzeski, ING-Chefökonom für Deutschland, ntv.de.

Das wurde den Mineralölkonzernen auch nach Beginn des Iran-Kriegs vorgeworfen. Als der Ölpreis regelrecht explodierte, stiegen umgehend die Preise für Benzin und Diesel – obwohl der zu dem Zeitpunkt verkaufte Kraftstoff noch mit günstigerem Rohöl produziert worden war.

Sinkende Ölpreise dämpfen Preissprünge immerhin

Immerhin schlägt das Ende des Tankrabatts infolge der Ölpreisentwicklung nicht ganz so stark zu Buche wie befürchtet. Die Spritpreise hatten sich bereits an das Vorkriegsniveau angenähert. „Noch vor wenigen Wochen erwarteten die Future-Märkte einen allmählichen Rückgang der Ölpreise auf 80 Dollar pro Barrel zum Ende des kommenden Jahres, derzeit ist der Preis mit gut 70 Dollar pro Barrel bereits deutlich niedriger“, sagte Torsten Schmidt, Konjunkturchef des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, ntv.de. „Dadurch wird das Auslaufen des Tankrabatts in Deutschland weniger spürbar für die Autofahrer.“

ADAC-Kraftstoffmarktexperte Christian Laberer hatte gesagt: „Wenn die Entspannung bei den Ölpreisen anhält, müssten die Spritpreise fairerweise auch ohne Tankrabatt unter zwei Euro bleiben.“ Darauf deutet die aktuelle Preisentwicklung allerdings nur noch beim Diesel hin, der im Schnitt zuletzt 1,76 Euro pro Liter kostete. Bei E5 sind angesichts von aktuell 1,90 Euro weniger als zwei Euro inzwischen eher aussichtslos. Selbst bei E10, das durchschnittlich 1,84 Euro pro Liter kostete, könnte es nun knapp werden. Mit Spritpreisen auf Vorkriegsniveau rechnet Brzeski erst im Herbst wieder.

Rund 1,6 Milliarden Euro kostet der Tankrabatt den Bund nach Schätzung des Finanzministeriums, die tatsächliche Summe wird sich demnach erst in den kommenden Monaten zeigen. Die Mineralölkonzerne haben den Steuernachlass nach Analysen der Monopolkommission und des Ifo-Instituts aber vor allem beim Diesel nur teilweise weitergegeben.

20 bis 33 Euro Ersparnis

Die Ersparnis der Autofahrer ist überschaubar. Bei kompletter Weitergabe hätte der Steuernachlass einem typischen Dieselfahrer mit 17.000 Kilometern pro Jahr und einem Verbrauch von sieben Litern auf 100 Kilometern rund 33 Euro gebracht, bei geschicktem Tanken vielleicht einige Euro mehr. Bei einem typischen Benziner mit 9500 Kilometern im Jahr und acht Litern auf 100 Kilometern wären es 21 Euro.

Unter Ökonomen war der Tankrabatt von Anfang an umstritten: sozial nicht ausgewogen und schlecht für die Umwelt. Denn der Steuernachlass dämpfte die sinnvolle Wirkung der hohen Preise auf den Verbrauch. Dabei hätte eine sinkende Nachfrage auch den Preisanstieg abgemildert.

Quelle: ntv.de, mit dpa

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