Strenge Regeln, große HüteDie kuriosesten Traditionen von Royal Ascot
Pferdekutschen, Zylinder und strenge Kleiderregeln: Royal Ascot ist weit mehr als nur ein Pferderennen. Viele der Traditionen reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück und werden bis heute gepflegt.
Wenn sich die britischen Royals in ihren prächtigsten Outfits zeigen, Pferdekutschen über das Gelände rollen und Tausende Zuschauer auf die Rennbahn strömen, ist wieder Royal Ascot. Das traditionsreiche Pferderennen, das vom 16. bis 20. Juni stattfindet, verbindet Sport, Etikette und royale Traditionen wie kaum ein anderes Event im Vereinigten Königreich und folgt bis heute Regeln, die teilweise seit Jahrhunderten bestehen.
Die königliche Prozession
King Charles III., Queen Camilla und zahlreiche weitere Mitglieder der Königsfamilie werden auch in diesem Jahr wieder bei Royal Ascot erwartet. Ein fester Programmpunkt ist die königliche Prozession. Sie geht auf das Jahr 1825 zurück, als George IV. erstmals per Kutsche von Windsor zur Rennbahn fuhr. Bis heute eröffnet die Ankunft der Royals jeden Renntag. Punkt 14 Uhr setzt sich die Prozession in Bewegung, begleitet vom Hissen der königlichen Standarte. Besonders eng mit dem Event verbunden war die verstorbene Elizabeth II. Über Jahrzehnte galt Royal Ascot als eines ihrer liebsten gesellschaftlichen Ereignisse. Auch nach ihrem Tod bleibt der Auftritt der Königsfamilie einer der Höhepunkte für Besucher und Royal-Fans.
Der Royal Enclosure
Wer dem Adel besonders nahe kommen möchte, braucht Zugang zum exklusiven Royal Enclosure. Der Bereich wurde 1845 offiziell benannt und ist bis heute nur Mitgliedern sowie deren Gästen vorbehalten. Wer aufgenommen werden möchte, benötigt die Empfehlung von zwei bestehenden Mitgliedern. Die Aufnahme kostet 150 Pfund, umgerechnet rund 170 Euro. Für ein Essen in diesem Bereich müssen Gäste Medienberichten zufolge sogar mit Preisen ab etwa 1700 Euro rechnen.
Die Greencoats
Zum Erscheinungsbild von Ascot gehören außerdem die sogenannten Greencoats. Die Zeremonienmeister in ihren markanten grünen Samtuniformen sind bereits seit 1744 im Einsatz. Einst unterstützten sie den Monarchen und sorgten für Ordnung auf dem Gelände. Heute kümmern sie sich vor allem um die Begrüßung und Betreuung der Gäste. Einer Legende zufolge wurden ihre Uniformen ursprünglich aus Stoffresten der Vorhänge von Schloss Windsor gefertigt.
Die Hut- und Kleiderordnung
Fast noch berühmter als die Pferderennen selbst ist die strenge Kleiderordnung. Vor allem in der Royal Enclosure gelten detaillierte Regeln. Für Frauen sind Hüte Pflicht. Sie müssen einen Durchmesser von mindestens zehn Zentimetern haben. Kleider und Röcke müssen mindestens bis zum Knie reichen, während Miniröcke tabu sind. Erlaubt sind dagegen Hosenanzüge. Schulterträger dürfen nicht schmaler als 2,5 Zentimeter sein. Trägerlose, schulterfreie oder Neckholder-Oberteile sowie transparente Stoffe und tiefe Ausschnitte führen dagegen zum Ausschluss.
Auch Männer müssen sich an klare Vorgaben halten. In der Royal Enclosure gehören Zylinder, Weste und Krawatte zur Pflichtausstattung. Getragen werden Frack oder Cutaway in Schwarz, Grau oder Marineblau. Dazu sind ausschließlich elegante schwarze Schuhe erlaubt, die mit knöchelbedeckenden Socken kombiniert werden müssen.
