Tech-Aktien im AufwindNeue Iran-Gespräche beflügeln die Wall Street
Beruhigende Signale im Iran-Krieg lassen den Goldpreis abstürzen, während an der Wall Street die Inflationssorgen abnehmen. Tech-Aktien erleben kauffreudige Anleger: Für SpaceX, Tesla und Alphabet geht es kräftig aufwärts.
Mit den Kursen an der Wall Street ist es zum Wochenstart unter Führung von Technologieaktien kräftig nach oben gegangen. Der Dow-Jones-Index stieg um 0,6 Prozent auf 52.183 Punkte, der breite S&P-500-Index kam um 1,2 Prozent voran. Die technologielastigen Nasdaq-Indizes legten bis 2,3 Prozent zu. Nach ersten Angaben gab es 1483 (Freitag: 1741) Kursgewinner an der Nyse und 1305 (1040) -verlierer. Unverändert schlossen 51 (59) Titel.
Stützend wirkte die Entwicklung im Nahen Osten. Die USA und der Iran hatten eine Einstellung über das Wochenende wieder einmal aufgeflammter Gefechte um die Straße von Hormus vereinbart und wollen die Friedensgespräche wieder aufnehmen. Zudem gab es Berichte, wonach ein mögliches Gipfeltreffen zur Beilegung des Konflikts und zu einer Einigung über das iranische Atomprogramm bereits am Dienstag stattfinden könnte.
Die Ölpreise stiegen zwar etwas, sie liegen aber weiter nahe an ihrem Niveau von vor Beginn des Krieges. Der Preis für ein Barrel der Sorte Brent zog um 1,2 Prozent auf knapp 73 Dollar an. „Die Ölpreise dürften weiterhin unter Abwärtsdruck bleiben, weil die geopolitische Risikoprämie weiter abgebaut wird und sich das regionale Angebot erholt“, so Marktkennerin Soojin Kim von MUFG.
Goldpreis rauscht ab
Die Renditen der US-Staatsanleihen zeigten sich wenig verändert, im Zehnjahresbereich lag sie unverändert bei 4,37 Prozent nach dem jüngsten deutlichen Rückgang. Der US-Dollar gab leicht nach, der Euro kostete zuletzt 1,1425 Dollar. Der Goldpreis fiel stark um 73 Dollar auf 4015 je Feinunze. Der Markt spiegele die nachlassenden Inflationserwartungen, hieß es mit Blick auf die Beruhigung bei den Ölpreisen. „Gold dürfte unter Druck bleiben, weil die geopolitischen Risikoprämien weiter abnehmen und die Erwartungen auf eine geringere energiebedingte Inflation steigen“, erklärte Kim.
Die Stimmung im Technologiebereich wurde aufgehellt durch die beiden südkoreanischen Chiphersteller Samsung Electronics und SK Hynix, die umfangreiche neue Investitionen in den Bau von Chip-Produktionsanlagen angekündigt hatten. Applied Materials und Lam Research legten um 10,8 bzw. um 8,4 Prozent zu. Sowohl Applied als auch Lam liefern wichtige Ausrüstung für den Halbleiterherstellungsprozess.
Der Kurs des Börsenneulings SpaceX stieg um über 7 Prozent. Die Aktie wird auf Basis eines neu eingeführten Schnellverfahrens nun auch in den Nasdaq-100-Index aufgenommen, und zwar am 7. Juli. In den breiteren Nasdaq-Composite war das Papier bereits unmittelbar mit dem Börsengang gekommen. Bis zur nächsten regulären Index-Überprüfung wird der Nasdaq-100-Index nun 101 Werte enthalten, wie der Indexbetreiber mitteilte.
Comcast-Abspaltung kommt gut an
Die am Berichtstag erstmals als Mitglied im Dow-Jones-Index gehandelte Alphabet-Aktie machte einen Satz um 4,8 Prozent nach oben. Den Platz räumen mussten dafür Verizon, für die es um 5,2 Prozent abwärts ging. Dafür dürfte aber mitverantwortlich gewesen sein, dass die britische BT ein Joint Venture mit Verizon gründet und Verizon daraus im zweiten Quartal einen Verlust von bis zu 800 Millionen Dollar erwartet.
Comcast legten um 4,4 Prozent zu. Der Kabelkonzern plant, seine Sparten NBCUniversal und Sky abzuspalten, sodass sich Comcast künftig auf Breitband, Mobilfunk und Kabel konzentrieren kann. Dies führte zur Spekulation, dass Comcast nach Abschluss der Aufspaltung Charter Communications übernehmen könnte, um sein Breitbandgeschäft angesichts des zunehmenden Wettbewerbs zu stärken. Während Charter um 9,4 Prozent zulegten, gaben Telekomaktien wie AT&T oder T-Mobile US um je gut 4 Prozent nach.
Tesla legten um 8,5 Prozent zu. Für Fantasie sorgte CEO Elon Musk mit der Behauptung, dass das Grok 4.5 KI-Modell von SpaceX „vielleicht“ besser sei als die Produkte von Anthropic. Er fügte hinzu, dass das Modell von Tesla verwendet werde. Das US-Raumfahrtunternehmen Rocket Lab vereinbarte die Übernahme des US-Satellitenunternehmens Iridium Communications für 8 Milliarden Dollar, worauf der Kurs um fast 16 Prozent abhob. Iridium gewannen rund 25 Prozent nahe an den Gebotspreis.
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