Unfaire Preise für Werbung?US-Behörde verklagt Amazon wegen mutmaßlicher Manipulation
Amazon steht erneut unter Druck: Die US-Wettbewerbsbehörde FTC und mehr als 20 Bundesstaaten werfen dem Online-Riesen vor, Preise von Werbeanzeigen manipuliert zu haben. Die mutmaßliche Schadenssumme geht in die Milliarden.
Die US-Handelsaufsicht FTC und 22 Bundesstaaten haben Amazon wegen mutmaßlicher Manipulation seiner Auktionen für Online-Werbung verklagt. Der Konzern soll dadurch rund 1,2 Millionen Werbekunden heimlich um insgesamt mehr als 20 Milliarden Dollar zu viel berechnet haben, heißt es in der bei einem Bundesgericht im Bundesstaat Washington eingereichten Klage.
Amazon habe 2018 damit begonnen, die Ergebnisse seiner Anzeigenauktionen gezielt so zu verändern, dass höhere Preise entstanden, werfen die Kläger dem Konzern vor. Kunden seien über diese Änderung nicht informiert worden. In internen Dokumenten sei von „versteckten“ Aufschlägen die Rede gewesen, die Amazon zudem bewusst verschleiert habe. Betroffen seien unter anderem die Werbeangebote „Sponsored Products“, „Sponsored Brands“ und „Sponsored Display“.
Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta warf Amazon vor, Milliarden von Anzeigenauktionen „manipuliert“ zu haben. Amazon wies die Vorwürfe zurück. Die Klage sei „fehlgeleitet“ und „fehlerhaft“, erklärte der Konzern und warf den Behörden vor, veraltete interne Dokumente selektiv herauszugreifen.
Es ist bereits die dritte große Klage der FTC gegen Amazon. Im September 2025 erklärte sich der Konzern bereit, 2,5 Milliarden Dollar zur Beilegung von Vorwürfen zu zahlen, wonach Kunden mit irreführenden Methoden zu Abonnements des Amazon-Bezahldienstes Prime bewegt und Kündigungen erschwert worden seien. Anfang kommenden Jahres soll zudem ein Verfahren wegen des Vorwurfs beginnen, Amazon sichere sich rechtswidrig eine Monopolstellung im Onlinehandel.
