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WM am Anschlag: Messi, Haaland, Trump: Die Lehren der Achtelfinals

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 8, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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WM am Anschlag

Messi, Haaland, Trump: Die Lehren der Achtelfinals

Haken dran. Satte 96 von 104 Spielen sind Geschichte. Die XXL-WM biegt auf die Zielgerade ein. Von ehemals 48 Teams sind noch 8 übrig. Die Achtelfinals boten Spektakel, Erkenntnisse – und Anlass zur Kritik.

Die Superstars liefern

Es ist die WM der Super-Stürmer, das zeichnete sich schon zu Beginn der Vorrunde ab. Lionel Messi (8 Tore), Kylian Mbappé (7) und Erling Haaland (7) liefern sich ein spektakuläres Wettschießen um die WM-Krone. Messi (21) und Mbappé (19) kämpfen zudem um die Vorherrschaft der ewigen WM-Torschützenliste. Schon im zweiten Gruppenspiel hatte Messi den früheren deutschen Stürmer und Rekordhalter Miroslav Klose überholt, auch Mbappé ist längst vorbeigezogen. Beide hievten mit ihren Toren ihre Teams ins Viertelfinale. Auch Harry Kane (6) zeigt sich im Trikot der Engländer weiter in Torlaune. Im Aztekenstadion half er im Jahrhundertspiel mit, einen historischen Sieg einzufahren.

Total fertiger Messi macht die Tränenschleuse auf

Messi sticht Ronaldo aus

Apropos Superstars: Ein ganz großer Name ist nicht mehr dabei. Cristiano Ronaldo hat sein letztes WM-Spiel bestritten. Beim finalen Auftritt gegen Spanien (0:1) war der ehemalige Weltfußballer nur noch ein Schatten seiner selbst. Kaum Ballkontakte, kaum Abschlüsse, keine Tore oder Gefahr. Mit einem großen Schluchzen verabschiedete sich der Portugiese von der WM-Bühne. Anders sein ewiger Gegenspieler Lionel Messi. Der kleine „Floh“ hüpft weiter munter durch den WM-Zirkus, führt Argentinien mit Treffer und Vorlage sogar ins Viertelfinale.

Underdog mischt WM auf

Selten hat ein Team mehr WM-Sympathien eingesammelt als die Norweger. Der Ruder-Jubel der Spieler und Fans ist jetzt schon legendär. Auf dem Rasen spielen die Skandinavier mutig mit. Angeführt von Arsenal-Kapitän Martin Ødegaard, Keeper Örjan Nyland und Tor-Monster Erling Haaland lässt sich Norwegen auch nicht von großen Namen einschüchtern. Die brasilianische Nationalelf schickten Haaland und Co. schon im Achtelfinale nach Hause. Nun wartet mit England der nächste Gigant.

Unfassbarer Haaland-Hammer beendet Brasiliens WM-Traum

Video poster

Alle Gastgeber sind raus

Die 1:4-Pleite des US-Teams gegen Belgien besiegelte auch das Aus des letzten Gastgebers dieser WM. Zuvor erwischte es schon Kanada und Mexiko bereits im Achtelfinale. Darunter wird wohl auch etwas die Stimmung leiden, vermutlich besonders in den nicht ganz so fußballaffinen USA. Etwas schade: Von den restlichen Spielen findet keines mehr in Kanada oder Mexiko statt. Vor allem das Aztekenstadion in Mexiko-Stadt lieferte wieder mal eine unfassbare Atmosphäre, der Abschied fällt schwer.

Trump platzt in die WM

Da war er also, der Trump-Moment. Der Anruf des US-Präsidenten bei FIFA-Präsident Gianni Infantino wegen der Roten Karte für Folarin Balogun wird als einer der größten WM-Skandale in die Geschichte eingehen. Aus sportlicher Sicht gut: Die aufgestachelten Belgier regelten die Dinge auf dem Platz deutlich. DFB und UEFA geben an, den Vorfall nicht so stehen lassen zu wollen. Weitere Konsequenzen? Trotzdem eher unwahrscheinlich. Auf den Fußball warf der Fall Balogun definitiv ein extrem schlechtes Licht. Die Folgen sind noch nicht alle abzusehen.

Belgier verhöhnen Trump mit seinem Markenzeichen-Tanz

Video poster

Europa dominiert wieder

Der europäische Fußball hat weiter die Vormachtstellung im Weltfußball. Sechs der acht Viertelfinalisten kommen aus Europa. Argentinien erreichte für Südamerika die Runde der besten Acht, Marokko ist wieder als einziges afrikanisches Team dabei. Bei Europas Vorherrschaft mit zwölf WM-Titeln durch fünf Länder kann nur Südamerika (zehn Titel, drei Länder) mithalten.

Die Vorrunde hatten noch neun der zehn afrikanischen Vertreter überstanden. Doch in den ersten K.o.-Spielen fehlte es dann doch an Glück und Qualität. Auffällig: Kein asiatisches Team erreichte das Achtelfinale.

Die Steigerungs-Weltmeister

Die Schweiz und Belgien verbinden nicht nur die roten Trikots, sondern auch ein kurioser Verlauf dieser WM. Beide Teams starteten mit dicken Dämpfern ins Turnier. Bei der Nati kochten nach dem 1:1 gegen Außenseiter Katar die Emotionen hoch, auch die Belgier schienen nach zwei Unentschieden schon am Abgrund. Granit Xhaka setzte zur Wutrede an, packte seine Nati-Kollegen an der Ehre. Auch bei den Roten Teufeln machte es plötzlich klick. Das 4:1 gegen die USA wirkte wie ein Brustlöser. Nun stehen beide im Viertelfinale und träumen von mehr. Gegen Spanien (Belgien) und Argentinien (Schweiz) müssen sich beide nochmals kräftig steigern, um die Sensation zu schaffen.

Elfmeterheld Kobel versetzt die Schweiz in Ekstase

Video poster

Die Joker stechen immer wieder

Nicht nur Deniz Undav kann es: In den 96 bisherigen Spielen wurden 52 Treffer von eingewechselten Spielern erzielt. Sogar ein Rekord wurde aufgestellt. Mit seinem Treffer zum 4:1 gegen die USA wurde Belgiens Romelu Lukaku der erste Spieler, der als „Joker“ in vier WM-Spielen traf. All das in nur 199 Minuten Spielzeit.

Schiedsrichterleistung löst heftige Kritik aus

Es ist bisher definitiv nicht die WM der Schiedsrichter. Das wird auch in den Achtelfinals deutlich. Immer wieder rücken teils katastrophale Entscheidungen die Referees in den Fokus.

Beispiel Paraguay: Die Südamerikaner treten und schlagen teils auf Frankreichs Star-Truppe ein, spielen überhart. Am Ende geht das Team ohne Gelbe Karte vom Feld, Frankreich mit drei. Selbst für den Elfmeter braucht der usbekische Schiedsrichter Ilgiz Tantashev Hilfe vom VAR.

Nach Ansicht der TV-Bilder flog auch Folarin Balogun vom Platz. Die prominenteste Rote Karte dieser WM. Viele Experten fanden die Entscheidung falsch. Zurückgenommen wurde sie dann ausgerechnet nach der Trump-Intervention bei Infantino.

Und zuletzt noch die Kontroverse um das Comeback von Messis Argentinien. Die Ägypter fühlen sich massiv im Unrecht. Vor dem 3:2 wird ihnen kein Foul und kein Elfmeter zugesprochen. Ägyptens Nationaltrainer Hossam Hassan kochte vor Wut. Ex-Schiedsrichter Patrick Ittrich erklärte bei MagentaTV: „Alle strittigen Entscheidungen sind gegen Ägypten getroffen worden.“

„Alle strittigen Entscheidungen gegen Ägypten getroffen“

Video poster

Und wer ist jetzt Favorit?

Nach der überstandenen „Kneipenschlägerei“ gegen Paraguay ist Frankreich mit seiner fast nicht zu bremsenden Offensiv-Power weiter der Top-Favorit der WM. Der Turnierbaum würde der Equipe Tricolore im Halbfinale Spanien entgegenschleudern, dem wohl zweitgrößten Favoriten. Die Spanier spielen seit dem Kap-Verde-Dämpfer souverän ihren Stiefel runter und sind weiter ohne Gegentor.

Titelverteidiger Argentinien wankte gegen Ägypten heftig, ist aber mit Vintage-Messi auf Finalkurs. Den Engländern ist nach dem Sensationsspiel in Mexikos Höhenluft alles zuzutrauen. Und Marokko bleibt weiter ein heißer Anwärter – allerdings treffen die Nordafrikaner schon im Viertelfinale auf Frankreich.

Verwendete Quellen: ntv.de, msc

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Dr. Heinrich Krämer
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