Einreise verweigert
USA unterziehen WM-Schiedsrichter Verhör-Marathon
Als afrikanischer Schiedsrichter des Jahres hätte Omar Artan bei der WM auf dem Platz gestanden. Doch die US-Behörden lassen den Somalier auch nach einer elfstündigen Befragung nicht ins Land.
Für den somalischen WM-Schiedsrichter Omar Artan ist durch die verweigerte Einreise in die USA ein großer Traum geplatzt. „Ich bin sehr, sehr enttäuscht“, sagte der Referee der „New York Times“. „Ich bin einfach nur ein Schiedsrichter, der versucht, seinen Traum zu verwirklichen – den größten Traum meines Lebens: bei einer Weltmeisterschaft dabei zu sein.“ Auf das Turnier habe er sich die vergangenen vier Jahre vorbereitet.
Artan reiste nach eigenen Angaben von Kenia über Istanbul in die USA. Am Flughafen in Miami wurde ihm jedoch von den Behörden die Einreise in das Land verweigert. Am Flughafen sei er über Nacht in einem kleinen Raum durch die Beamten der Einwanderungsbehörde über elf Stunden verhört worden, so der FIFA-Referee.
„Ich hatte die richtigen Papiere und alles. Ich hatte das richtige Visum“, sagte Artan und fügte hinzu, dass er auch Unterlagen der FIFA sowie Fotos aus seiner über zehnjährigen Karriere als Profischiedsrichter vorgelegt habe. Die Grenzbeamten hätten auch selbst im Internet Nachweise zu seiner Laufbahn herausgesucht. Am Ende verweigerten sie ihm aber dennoch die Einreise. Einen Grund für dieses Vorgehen nannten sie Artan nach eigenen Angaben nicht. „Ich glaube, sie haben ein Problem mit meinem Land“, so der afrikanische Schiedsrichter des Jahres 2025.
FIFA gibt sich machtlos
Die US-Grenzbehörde CBP erklärte die verweigerte Einreise mit „Bedenken bei der Sicherheitsprüfung“. Somalia gehört zu jenen Ländern, die auf einer von Präsident Donald Trump eingeführten Einreiseverbotsliste stehen.
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Artan berichtete, dass die Grenzbeamten ihn gefragt hätten, warum er in die USA gekommen sei. Auch zur politischen Lage in seinem Land sei er verhört worden. Dabei hätten sich die Fragen auf die islamistische Terrororganisation Al-Shabab konzentriert, die Teile Somalias kontrolliert und seit Jahren einen Aufstand gegen die Regierung anführt. Die USA sind in den vergangenen Monaten wiederholt gegen die Terrororganisation mit Luftschlägen vorgegangen.
Die FIFA selbst verwies darauf, dass sie keine Möglichkeit habe, die Einreise des somalischen Schiedsrichters zu unterstützen. „Wie bei früheren FIFA-Veranstaltungen entscheidet letztlich die Regierung des Ausrichterlandes darüber, wer ins Land einreisen darf“, sagte ein Sprecher. Die FIFA sei informiert worden, „dass der Status von Herrn Artan derzeit nicht geändert wird.“ Die Folge: Der Weltverband strich den Referee einfach von der Liste der WM-Schiedsrichter.
Verwendete Quellen: ntv.de, lme
