Öko-Test leicht aufbrausendDieses eine Medium-Mineralwasser ist „mangelhaft“
Verbraucher greifen mit Vorliebe zum Mineralwasser, auch wenn Leitungswasser deutlich günstiger zu haben ist. Neben der erwünschten Kohlensäure steckt jedoch nicht nur Gutes in der Pulle, wie eine Untersuchung von Öko-Test von 56 Medium-Wässern zeigt.
Mineralwasser ist nach wie vor gefragt. Im Jahr 2024 lag der Pro-Kopf-Verbrauch nach vorläufigen Branchendaten bei knapp 130 Litern, wie der Verband Deutscher Mineralbrunnen (VDM) meldet. Vor rund 50 Jahren hatten die Deutschen hingegen noch deutlich weniger Durst auf das Getränk – im Jahr 1970 lag der Konsum bei nur 12,5 Litern pro Kopf.
Sehr beliebt sind Medium-Varianten mit mittlerem Kohlensäure-Gehalt. Öko-Test hat 56 Medium-Mineralwässer aus verschiedenen Regionen Deutschlands untersucht. Aufgrund der geografischen Verteilung der Brunnen sind jedoch mehr Wässer aus dem Südwesten vertreten. Elf der getesteten Produkte sind laut Auslobung für die Zubereitung von Säuglingsnahrung geeignet, zwei davon zusätzlich als Bio-Wasser ausgelobt. Drei weitere werden als Bio-Wasser beworben. Bevorzugt kauften wir Wässer in Mehrwegflaschen aus Glas, nur wenn keine Mehrwegvariante verfügbar war, griffen die Tester zu PET-Einwegflaschen. Zu Preisen zwischen 0,19 und 1,45 Euro pro Liter.
Spezialisierte Labore untersuchten alle Mineralwässer auf Pestizidmetaboliten, Süßstoffe, Nitrat, Chrom(VI), Schwermetalle wie Arsen, Cadmium und Blei sowie auf per- und polyfluorierte Alkylsubstan zen (PFAS) und gesondert auf Trifluoressigsäure (TFA). Bei allen konventionellen Wässern, die als „natriumarm“ beworben werden, wurde zusätzlich der Natriumgehalt bestimmt; bei als „calciumhaltig“ oder „magnesiumhaltig“ ausgelobten Wässern wurden die im Labor gemessenen Gehalte mit den Vorgaben zu den Mineralstoffangaben abgeglichen. Alle Wässer hielten diese ein. Säuglingswasser und Bio-Wasser durchliefen zusätzlich Analysen auf Nitrit, Sulfat, Fluorid und Natrium sowie auf Radium-226 und -228. Abwertungsrelevante Befunde gab es dabei nicht. In den Kunststoffdichtungen von Metalldeckeln fanden sich keine PVC/PVDC/chlorierten Verbindungen. Per Deklaration wurden Mineralstoffangaben, Umweltauslobungen und Angaben zum Pfandsystem erfasst.
Ein Mineralwasser mit Arsen belastet
Ergebnis? Im „Bad Harzburger Medium“ wies das Labor Arsen nach. Der Stoff kann laut der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) in anorganischer Form schon in kleinen Mengen Haut-, Lungen- und Harnwegstumore auslösen. Bei langfristiger Aufnahme beobachtete man zudem Hautschäden, Entwicklungs- und Nervenstörungen. Die gemessene Menge ist zwar nicht akut gesundheitsgefährdend, schöpft den laut Mineral- und Tafelwasser-Verordnung erlaubten Gehalt aber zu mehr als der Hälfte aus. Dafür wurde das Produkt um zwei Noten abgewertet und erhielt als einziges Wasser das Testurteil „mangelhaft“.
Aber immerhin wurden 40 Marken mit „sehr gut“ bewertet. Darunter günstige Produkte wie „K- Classic Natürliches Mineralwasser Medium“ von Kaufland, „Quellbrunn Natürliches Mineralwasser Medium, Noé- Quelle“ von Aldi-Süd, „Quellbrunn Natürliches Mineralwasser Medium, Vitaqua Quelle“ von Aldi Nord und „Saskia Natürliches Mineralwasser Medium“ von Lidl. Alle sind für 0,19 Euro pro Liter zu haben.
