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Startseite»Nachrichten»BYD in Europa – Baustelle in Ungarn verstößt gegen Menschenrechte
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BYD in Europa – Baustelle in Ungarn verstößt gegen Menschenrechte

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 13, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Knechtschaft durch VermittlungBYD lässt Bauarbeiter in Ungarn wohl ununterbrochen schuften

Ungarn hatte als erstes europäisches Land 2019 einen Deal mit BYD geschlossen. (Foto: IMAGO/Xinhua)

Im Februar stirbt ein Arbeiter unter unklaren Umständen auf der Baustelle des chinesischen Autoherstellers BYD in Ungarn. Ein neuer Bericht wirft dem Unternehmen illegale und gefährliche Arbeitsbedingungen vor.

Der chinesische Autobauer BYD verstößt auf seiner ersten europäischen Baustelle im ungarischen Szeged offenbar massiv gegen geltendes Arbeitsrecht. Zahlreiche chinesische Leiharbeiter sind dort offenbar gezwungen, sieben Tage die Woche ohne Unterbrechung zu arbeiten, wie der „Guardian“ berichtet. Von ihrem Gehalt müssen sie unter anderem ihre Unterbringung auf der Baustelle bezahlen.

Die Missstände kamen ans Licht, nachdem die New Yorker Organisation für Arbeitsrechte, „Chinese Labor Watch“ (CLW), Dutzende Bauarbeiter interviewt hatte. Demnach rekrutieren Subunternehmen gezielt Menschen aus armen Regionen Chinas und verlangen dafür eine Vermittlungsgebühr zwischen 1000 und 2500 Euro. Die Bezahlung sei so schlecht, dass viele Betroffene jeden Tag und länger als vorgesehen arbeiten würden, um ihre Schulden zu begleichen. Lediglich bei starkem Regenfall stehe die Baustelle still, so die Berichte.

Die Schilderungen der Arbeiter zeichnen ein düsteres Bild der Zustände vor Ort. In sechs völlig überfüllten Containerkomplexen sollen demnach jeweils rund 450 Menschen auf engstem Raum hausen. Viele von ihnen seien zudem ohne gültiges Arbeitsvisum beschäftigt und damit der Situation ausgeliefert.

EU prüft bereits Todesfall

Nach öffentlicher Kritik erklärte ein Sprecher von BYD, dass das Unternehmen „dem Schutz der Arbeitnehmerrechte und der strikten Einhaltung ungarischer und europäischer Gesetze und Vorschriften höchste Priorität“ einräume. Die Arbeitsbedingungen bei den Subunternehmern würden überprüft. Die Organisation CLW forderte den Autobauer auf, Vermittlungsgebühren abzuschaffen, für transparente Löhne zu sorgen und die gesetzlichen Arbeitszeiten einzuhalten.

Derweil wurde bekannt, dass die Europäische Kommission Untersuchungen zu einem tödlichen Zwischenfall auf dem Gelände aufgenommen hat. Die genauen Umstände sind noch unklar. Ein Sprecher von BYD erklärte lediglich, dass sich am 14. Februar ein Unfall ereignet habe, bei dem ein Bauarbeiter infolge von Lade- und Kranarbeiten tödlich verletzt worden sei.

Prestigeprojekt von Orban

Mit dem ungarischen Werk ist BYD der erste chinesische E-Autobauer mit Standort in Europa. Der ehemalige ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hatte die Partnerschaft 2019 verkündet. Das Resultat war ebenso prestigeträchtig wie lukrativ: Neben einem Besuch von Präsident Xi flossen chinesische Investitionen von fast vier Milliarden Euro.

Mehrere Tausend Fachkräfte sind seither von China nach Ungarn gereist, um den Bau voranzubringen. Laut EU-Vorgaben müssen bei dem Projekt mindestens 50 Prozent der Arbeitnehmer aus der EU kommen. Ob BYD die Vorgaben erfüllt werde ebenfalls geprüft, betonte ein Kommissionssprecher.

Im nächsten Jahr soll die Fabrik eröffnet werden, 300.000 Autos produzieren und 10.000 Arbeitsplätze schaffen, verspricht BYD. Orbans Nachfolger Peter Magyar hat sich bisher nicht zu den Vorwürfen auf der BYD-Baustelle geäußert. Allerdings hat er schon kurz nach seiner Wahl angekündigt, eine weitere Baustelle des chinesischen Batterieherstellers CATL zu überprüfen. In östlichen Debrecen sorgt die bevorstehende Eröffnung für massiven Unmut: Eine wichtige Bahnlinie, die das Areal durchquerte, wurde kurzerhand stillgelegt.

Quelle: ntv.de, gri

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