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Startseite»Politik»Deutschland und Tschechien: Viele Waldbrände wegen Trockenheit
Politik

Deutschland und Tschechien: Viele Waldbrände wegen Trockenheit

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 4, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Stand: 04.05.2026 • 16:23 Uhr

Waldbrände im brandenburgischen Jüterbog, in den bayerischen Alpen, in der Böhmischen Schweiz – ungewöhnlich früh im Jahr. Grund ist die extreme Trockenheit. Die Waldbrandgefahr dürfte aber schon bald deutlich zurückgehen.

Große Waldbrände halten die Einsatzkräfte in Deutschland und Tschechien in Atem. Im brandenburgischen Jüterbog war der Brand am Freitag ausgebrochen und hatte sich rasch ausgedehnt. Inzwischen ist das Feuer offenbar unter Kontrolle.

Nach Angaben der Stadt war noch gestern eine Fläche von rund 113 Hektar betroffen. Es brannte auf einem mit Munition belasteten früheren Truppenübungsplatz. Deshalb habe die Feuerwehr dort wenig machen können, erklärte die geschäftsführende Vorständin der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, Antje Wurz der Nachrichtenagentur dpa. Löscharbeiten auf dem Areal seien zu gefährlich.

Einsatzkräfte der Feuerwehr stehen am Rande eines Waldes in Jüterbog.

Mittlerweile soll das Feuer eingedämmt sein. Nach Angaben des Stadtbrandmeisters Rico Walentin „ist mit keiner weiteren Ausbreitung zu rechnen.“ Die Feuerwehr werde abrücken, die Lage sei inzwischen „entspannt“. Weiter überwacht werden Glutnester und brennende Baumstümpfe. Am Dienstag ist für die Region Jüterbog Regen vorausgesagt.

Feuer am Nationalpark Böhmische Schweiz

Auch in der Region am tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz nahe der Grenze zu Sachsen brennt es. Dort war am Samstag aus noch ungeklärter Ursache ein Feuer ausgebrochen. Aktuell breitet sich der Waldbrand nicht weiter aus. Nach Angaben der Behörden ist er aber bisher nicht unter Kontrolle.

Der Einsatz der Feuerwehr im schwer zugänglichen Gelände wird durch Hitze, Trockenheit und Wind erschwert. „Das Wetter ist unberechenbar“, schrieb die tschechische Feuerwehr auf der Plattform X. Eine Fläche von etwas weniger als einem Quadratkilometer ist inzwischen von dem Waldbrand betroffen. Vor Ort sind mehr als 400 Feuerwehrleute sowie weitere Kräfte von Polizei, Armee und Rettungsdienst im Einsatz. Mindestens acht Helikopter sollten Wasser aus der Luft abwerfen. Zwei mittelgroße Transporthubschrauber des Typs Sikorsky UH-60 Black Hawk werden zur Unterstützung aus der benachbarten Slowakei erwartet.

Brand auch in den Chiemgauer Alpen

Flammen lodern ebenfalls auf dem Saurüsselkopf in den Chiemgauer Alpen in Bayern. Ein aktives Eingreifen sei aufgrund der steilen und schwer zugänglichen Lage des Geländes „nicht zielführend und würde eine Gefährdung für die einzelnen Kräfte darstellen“, teilte die Gemeinde mit. Feuerwehrleute seien um das Gebiet positioniert, die den Brand beobachten.

Es sei eine Lageerkundung aus der Luft geplant, hieß es. Auch ein Krisenstab wurde eingerichtet. „Nach aktueller Einschätzung sind inzwischen rund vier bis fünf Hektar Waldfläche betroffen“, teilte die Gemeinde mit. Die Brandursache war auch hier zunächst unklar. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) sagte für Südbayern ab dem Nachmittag einzelne Schauer und Gewitter voraus.

Trockenheit – besonders am Oberrhein und bei München

Mit Blick auf die vielen Waldbrände warnt der Dürremonitor Deutschland vor Trockenheit. „Da, wo Dürre angezeigt wird, ist es ungewöhnlich trocken und es ist insgesamt in Deutschland im Moment ungewöhnlich trocken“, sagt der Leiter des Mitteldeutschen Klimabüros, Andreas Marx. Vor allem betroffen seien Regionen am Oberrheingraben, nördlich von München und teilweise in Brandenburg.

Der Experte erklärte, besonders herausfordernd sei die Trockenheit dort, wo es in den letzten Wochen wenig geregnet hat und sandige Böden hinzukommen. „Und da sind wir dann ganz schnell in Brandenburg, weil große Teile Brandenburgs einen extrem hohen Sandanteil haben“, sagte Marx. „Und das ist auch der Grund, weswegen Brandenburg in Deutschland schon immer der Waldbrandgefahren-Hotspot war.“

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet in den kommenden Tagen in weiten Teilen Deutschlands mit Regen. Der könnte Marx zufolge deutliche Entspannung mit sich bringen. „Die Waldbrandgefahr geht von der höchsten Stufe oft zurück bis auf die niedrigste Stufe, wenn es einmal richtig reingeregnet hat.“ Deswegen bewertet der Experte die Lage in Deutschland als nicht allzu schlimm. Es seien alles Situationen, die sich bei Regen schnell wieder entspannen könnten, sagte er.

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