Die schweren Erdbeben treffen mit Venezuela ein ohnehin schon angeschlagenes Land. Wie Janine Leitmeyer von der Hilfsorganisation World Vision erklärt, ist es – nicht zuletzt wegen der politischen Lage – schlecht auf Katastrophen vorbereitet.
Zwei schwere Erdbeben haben das südamerikanische Venezuela erschüttert – ein wirtschaftlich und politisch zuletzt stark gebeuteltes Land. Wie Janine Lietmeyer von der Hilfsorganisation World Vision im Interview mit tagesschau24 erklärt, waren in Venezuela vor der Katastrophe knapp acht Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Ein großer Teil der Bevölkerung lebe in Armut. „Alle lokalen Kapazitäten, was Zivil- und Katastrophenschutz angeht, sind relativ schlecht aufgestellt. Viel medizinisches Personal hat das Land in letzter Zeit verlassen, sodass auch der Bedarf an medizinischer Versorgung groß ist“, so Lietmeyer.
Tausende Todesopfer befürchtet
Befürchtet werden Tausende Todesopfer – das ganze Ausmaß der Katastrophe werde aber erst sichtbar, wenn Rettungskräfte sich Zugang auch zu den stark getroffenen ländlichen Regionen verschafft hätten. Da Venezuela nicht häufig von Erdbeben betroffen ist, sei erdbebensicheres Bauen im Land nicht die Norm, sagte Lietmeyer.
Unmittelbar gebraucht würden jetzt Nahrungsmittel und Trinkwasser. Da der Flughafen der Stadt aber beschädigt ist, sei die Koordination der Hilfe eine zusätzliche Herausforderung. „Es ist wichtig, dass Hilfe über die Grenzen zugelassen wird – etwa aus Kolumbien“, so Lietmeyer.
