Die Polizei durchsucht seit Dienstagmorgen Räume der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rheinbach im sowie Wohnungen in NRW und Rheinland-Pfalz.
Die Bonner Polizei hat heute Räumlichkeiten der JVA Rheinbach sowie Wohnungen in Köln, Euskirchen, Rheinbach, Siegburg und in Rheinland-Pfalz durchsucht. Laut einem Polizeisprecher geht es um Ermittlungen gegen acht Justizbedienstete wegen Delikten im Amt. Es geht um Vorwürfe der Bestechlichkeit.
Hinweise kamen aus der JVA
Seit halb acht waren die Polizisten im Einsatz, um mögliches Beweismaterial wie Handys und andere Datenträger zu sichern. Die Ermittlungen, auch gegen aktuelle und ehemalige Häftlinge der JVA, hatten nach einem Hinweis direkt aus der Leitung der JVA begonnen.
Der Vorwurf richtet sich unter anderem gegen acht Justizbedienstete. Der Verdacht, der hier im Raum steht ist der, dass diese Bediensteten verbotene Gegenstände wie zum Beispiel Mobiltelefone aber auch Betäubungsmittel gegen Bezahlung in den Vollzug hineingebracht haben und ihn dort dann Häftlingen überlassen haben.
Michael Beyer, Polizeisprecher Bonn
Justizminister Limbach ordnet Überprüfung an
NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) zeigte sich in einem Statement am Dienstagmittag „betroffen und wütend“. Als unmittelbare Konsequenz ordnete er eine umfassende Sonderprüfung der JVA an – nach dem Vorbild der Maßnahmen, die bereits nach den Vorfällen in der JVA Euskirchen eingeleitet worden waren.
Zudem sollen ab sofort die Taschen von Beschäftigten in sämtlichen Justizvollzugseinrichtungen des Landes kontrolliert werden. Damit reagiert Limbach nach eigenen Angaben auf den konkreten Verdacht, dass Bedienstete verbotene Gegenstände in Gefängnisse gebracht haben könnten.
Sondersitzung des Rechtsausschusses
Nach Limbachs bisherigem Kenntnisstand kamen die Ermittlungen durch eine Anzeige der Anstaltsleitung ins Rollen. Zugleich warnte Limbach davor, alle Beschäftigten unter Generalverdacht zu stellen. Die strengeren Kontrollen sollten auch den Ruf der großen Mehrheit schützen, die ihre Arbeit ehrlich und unter schwierigen Bedingungen leiste.
Wir werden jeden Stein umdrehen und lückenlose Transparenz schaffen.
NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne)
Am Mittwoch will Limbach den Rechtsausschuss über den aktuellen Ermittlungsstand informieren.
Kein Zusammenhang mit JVA Euskirchen
Eine ähnliche Aktion gab es schon Anfang Mai: Da war es die JVA Euskirchen, wo seitdem gegen mehrere Bedienstete und ehemalige Häftlinge ermittelt wird – auch wegen Bestechlichkeit. Einen Zusammenhang mit den Untersuchungen in Euskirchen soll es in Rheinbach nach Angaben der Polizei aber nicht geben.
Unsere Quellen:
- Polizei Bonn
- Statement von NRW-Justizminister Benjamin Limbach (Grüne)
Sendung: WDR.de, Durchsuchungen in JVA und Wohnungen, 14.07.2026, 09:36 Uhr
Sendung: WDR Fernsehen, WDR aktuell, 14.07.2026, 12.45 Uhr
