Frankreich verzeichnet erstmals einen Ebola-Fall. Betroffen ist laut Behörden ein Arzt, der zuvor in der Demokratischen Republik Kongo war. Dort wurden inzwischen mehr als 1.000 Infizierte gezählt.
Frankreich hat einen ersten Fall von Ebola gemeldet. Dabei handele es sich um einen Arzt, der aus der Demokratischen Republik Kongo zurückgekehrt sei, teilte das Gesundheitsministerium mit.
Der Ort, an dem sich der Patient aufhält, wurde nicht bekanntgegeben. Es handle sich um Festland-Frankreich, erklärte das Ministerium lediglich. Der Betroffene sei isoliert. Mögliche Kontaktfälle würden derzeit identifiziert. Sie sollen drei Wochen in häuslicher Quarantäne verbringen.
Ansteckungsgefahr in Europa gering
Es ist der erste Ebola-Fall außerhalb des afrikanischen Kontinents seit Beginn der jüngsten Epidemie. Das Ansteckungsrisiko wird für die europäische Bevölkerung als gering eingestuft.
Im Mai war ein mit Ebola infizierter US-Arzt aus der Demokratischen Republik Kongo in die Berliner Charité gebracht worden. Nach gut zweiwöchiger Behandlung in einer Sonderisolierstation wurde er Anfang Juni gesund entlassen.
Mehr als 1.000 bestätigte Fälle im Kongo
Ebola-Fieber ist eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders schwer einzudämmen, auch weil es für den seltenen Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.
Der jüngste Ebola-Ausbruch war erstmals am 15. Mai gemeldet worden. Seitdem ist die Zahl der bestätigten Fälle in der Demokratischen Republik Kongo auf mehr als 1.000 gestiegen. Nach Angaben des Informationsministeriums in der Hauptstadt Kinshasa sind von den bestätigten Ebola-Erkrankten in drei nordöstlichen Provinzen des Landes insgesamt mehr als 260 gestorben.
Gesundheitssystem am Limit
Zu Beginn der Epidemie waren die örtlichen Krankenhäuser schnell überlastet. Die anschließend mit Teams der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und mehrerer NGOs eingerichteten Ebola-Behandlungszentren sind zu 80 Prozent ausgelastet.
Das Virus breitete sich auch auf das Nachbarland Uganda aus, wo die Weltgesundheitsorganisation 20 Infektionen und zwei Todesfälle verzeichnet hat.
