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Startseite»Nachrichten»Gefesselt und geknebelt gefunden: Mordfall nach ICE-Abschiebung: Paar in Guatemala erschossen
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Gefesselt und geknebelt gefunden: Mordfall nach ICE-Abschiebung: Paar in Guatemala erschossen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 28, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Gefesselt und geknebelt gefundenMordfall nach ICE-Abschiebung: Paar in Guatemala erschossen

Beamte der US-Grenzschutzbehörden. (Foto: REUTERS)

Ein Mann aus Guatemala wird aus den USA in sein Heimatland abgeschoben, seine Frau folgt ihm später mit ihren drei Kindern. Kurz darauf werden die Leichen der Eltern neben der jüngsten Tochter gefunden – gefesselt und geknebelt. Der Bruder des Mannes macht der US-Regierung Vorwürfe.

Ein Paar aus Guatemala, das im Rahmen der Massenabschiebekampagne von Präsident Donald Trump erst kürzlich aus dem US-Bundesstaat Missouri in sein Heimatland zurückkehren musste, ist gefesselt und erschossen in einem Zuckerrohrfeld in Guatemala aufgefunden worden. Ihre 14 Monate alte Tochter wurde weinend neben der Leiche der Mutter gefunden, wie der US-Sender NPR berichtet.

Demnach teilte guatemaltekische Nationalpolizei lokalen Medien mit, dass die beiden Erwachsenen geknebelt und an Händen und Füßen gefesselt worden waren. Beide hätten Anzeichen körperlicher Verletzungen aufgewiesen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts auf Mord.

Dem Bericht zufolge hatte sich die Frau erst vor wenigen Wochen für eine freiwillige Ausreise zurück nach Guatemala entschieden, nachdem ihr Mann im vergangenen Jahr von der US-Einwanderungsbehörde ICE abgeschoben worden war. Laut NPR lag kein Haftbefehl gegen den 43-Jährigen vor, er hatte aber keine Aufenthaltserlaubnis für die USA. Der Bruder des Getöteten, der im April 2025 mit ihm abgeschoben worden war, sagte dem Sender, dass die beiden gemeinsam vor Gewalt und Armut aus dem mittelamerikanischen Land in die USA geflohen seien.

Ein Sprecher der ICE-Behörde behauptete, dass der Guatemalteke zweimal wegen Trunkenheit am Steuer auf Bewährung verurteilt worden sei. Laut NPR finden sich in der Gerichtsdatenbank des Bundesstaats Missouri aber keine Einträge, die diese Behauptung belegen.

„Meine Schwägerin wäre noch am Leben“

Dem Bericht zufolge blieb die 25-jährige Frau des Abgeschobenen zunächst in den USA, wo sie im Juni 2025 die dritte Tochter des Paares zur Welt brachte. Sie habe zwei Jobs gehabt, um sich und ihre drei Kinder zu ernähren, hieß es. Wegen des finanziellen Drucks und aus Angst vor einer Festnahme durch ICE habe sie sich trotz eines noch laufenden Asylverfahrens aber schließlich dazu entschieden, ihrem Mann mit ihren Töchtern nach Guatemala zu folgen. Nun sind die beiden Eltern tot.

„Hätte die Einwanderungsbehörde meinen Bruder nicht festgenommen, wäre meine Schwägerin noch am Leben, und die Kinder müssten diesen Kummer nicht durchmachen“, sagte der Bruder des getöteten Mannes, der sich nun um die drei Mädchen kümmern muss. „Leider sieht die Einwanderungsbehörde – die US-Regierung – das nicht so. Für sie spielt das keine Rolle.“

Auch in den USA gibt es nach dem Bekanntwerden des tragischen Falls neue Kritik an der Abschiebepraxis der US-Regierung. Präsident Trump hat immer wieder davon gesprochen, dass seine Behörden sich bei den Abschiebungen auf gewalttätige Straftäter konzentrierten. Laut einem US-Medienbericht macht diese Gruppe aber nur drei Prozent der Abgeschobenen seit Trumps zweitem Amtsantritt aus.

Quelle: ntv.de, dsc

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