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Startseite»Politik»Marktbericht: Anleger nehmen Trumps-Zolldrohungen gelassen
Politik

Marktbericht: Anleger nehmen Trumps-Zolldrohungen gelassen

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 4, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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marktbericht

Stand: 04.05.2026 • 07:37 Uhr

Trotz der neuen Zolldrohung aus den USA bleiben die Anleger gelassen. Der DAX dürfte mit einem leichten Plus starten. Die Ölpreise sind jedoch hoch, die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt.

Nach dem langen Wochenende dürfte der DAX heute freundlich eröffnen. Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex vor dem Xetra-Auftakt rund 0,2 Prozent höher auf 24.334 Punkte. Am vergangenen Donnerstag hatte der deutsche Leitindex 1,4 Prozent auf 24.292 Punkte gewonnen. Auf Wochensicht ergab sich ein Plus von rund 0,6 Prozent.

Die laufende Bilanzsaison könnte in dieser Woche für Impulse sorgen. Mehr als ein Dutzend DAX-Konzerne werden ihre Bücher öffnen – darunter Infineon, BMW und Rheinmetall.

Die Nachrichtenlage bleibt aber angespannt, das Thema US-Zölle wird wieder akut: US-Präsident Donald Trump hatte am Freitag auf seiner Plattform Truth Social eine kräftige Anhebung der US-Zölle auf Fahrzeuge aus der EU angekündigt. Die Zölle auf Importe sollen ab dieser Woche von 15 auf 25 Prozent erhöht werden. Höhere Zölle könnten Ökonomen zufolge die ohnehin angeschlagene Konjunktur in Deutschland weiter belasten.

Die EU-Kommission behält sich Gegenmaßnahmen vor, sollte Trump seine Ankündigung tatsächlich wahr machen. Die Ankündigung sei noch keine finale Umsetzung, kommentiert Jens Klatt, Marktanalyst bei XTB. „Trump-Drohungen waren in der Vergangenheit teilweise Verhandlungsmasse oder wurden angepasst.“

Fraglich bleibt auch, wie sich die Lage im Nahen Osten weiterentwickelt. Die Verhandlungen zwischen Iran und den USA scheinen festgefahren zu sein. Und immer noch hängt die Stimmung der Anleger vor allem am Ölpreis.

Das Ölkartell Opec+ hatte für Juni zwar eine leichte Anhebung der Förderquoten beschlossen. Allerdings dürfte dieser Schritt wegen der Sperrung der Straße von Hormuz den Ölpreis kaum ernsthaft drücken. Aktuell kostet ein Fass Rohöl sowohl der Sorte Brent als auch der Sorte WTI weiterhin mehr als 100 Euro.

US-Präsident Donald Trump hat deshalb angekündigt, dass die US-Streitkräfte ab heute dort festsitzende neutrale Schiffe eskortieren werden. Ziel sei es, die Freiheit der Handelsschifffahrt wiederherzustellen. Vor dem Krieg hatten Tanker etwa ein Fünftel der weltweit gehandelten Menge an Öl- und Flüssiggas durch die Straße von Hormus transportiert.

Die Hoffnung auf eine Entspannung der Lage in der Straße von Hormus hat den asiatischen Aktienmärkten zum Wochenstart leichten Auftrieb gegeben. Während an der japanischen Börse feiertagsbedingt nicht gehandelt wurde, legte der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans um 0,6 Prozent zu.

Auch die chinesischen Handelsplätze blieben geschlossen: Der Leitindex der Shanghaier Börse sowie der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen wurden nicht gehandelt. Zu den klaren Gewinnern zählte der südkoreanische Markt, der nach einem Feiertag mit einem Kurssprung von 2,6 Prozent in den Handel zurückkehrte. Hintergrund sind starke Konjunkturdaten.

Der US-Standardwerteindex Dow Jones hatte sich am vergangenen Freitag mit einem Minus von 0,3 Prozent bei 49.499 Punkten verabschiedet. Der breit gefasste S&P 500 gewann dagegen 0,3 Prozent auf 7.230 Zähler, und der technologielastige Nasdaq zog um 0,9 Prozent auf 25.114 Stellen an.

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