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Nach Aus für Kampfflugzeug: Airbus und Dassault sollen auch bei Drohnenprojekt streiten

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 13, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Nach Aus für KampfflugzeugAirbus und Dassault sollen auch bei Drohnenprojekt streiten

Neben der Eurodrone steht wohl auch das deutsch-französische Panzerprojekt MGCS unter Druck. (Foto: IMAGO/eventfoto54)

Im Jahr 2017 werden drei gemeinsame europäische Rüstungsprojekte aus der Taufe gehoben. Eines davon ist seit wenigen Tagen offiziell Geschichte, die Zukunft der anderen beiden scheint mindestens fraglich. Grund scheinen jeweils französische Budgetkürzungen zu sein.

Das europäische Kampfflugzeugprojekt FCAS ist seit wenigen Tagen beerdigt. Insider berichten nun: Airbus und der französische Flugzeugbauer Dassault stritten auch über das Drohnenprojekt Eurodrone. Dassault will demnach von Airbus eine Entschädigung, weil sein Anteil an dem Vorhaben kleiner ausfallen sollte als der von Airbus. Das sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen.

Hintergrund des Streits soll eine Entscheidung der französischen Regierung sein. Sie will bis 2035 kein Geld für den Drohnenkauf bereitstellen. Dassault lehnte eine Stellungnahme ab. Airbus verwies auf Aussagen von Unternehmenschef Guillaume Faury. Der hatte im April gesagt, das Projekt werde „wahrscheinlich in einem etwas anderen Rahmen“ fortgesetzt. Das französische Verteidigungsministerium antwortete zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Französische Budgetkürzungen bedrohen derweil wohl auch das europäische Panzerprojekt MGCS. Die Abkürzung steht für Main Ground Combat System, was so viel bedeutet wie zentrales Bodenkampfsystem. Rheinmetall-Chef Armin Pappberger wollte im Interview mit der „Welt am Sonntag“ einen Ausstieg aus dem Projekt nicht ausschließen. Die Gefahr bestehe, so Pappberger, es sei aber noch nichts entschieden.

Pappberger verwies auf französische Pläne, das Budget auf „weniger als die Hälfte“ des bisher vorgesehenen Betrags zu stutzen. Die Folge eines gekürzten Budgets wären demnach weitere Verzögerungen bei dem Vorhaben. „Wenn man weniger Geld zur Verfügung hat, wird man nicht schneller, und wir sind jetzt schon sehr langsam“, wird der Konzernchef zitiert.

„Regierungen wollen Konsolidierung nicht“

Das Scheitern des FCAS-Kampfflugzeugs erklärte Pappberger mit einer Mischung aus staatlichen und industriellen Uneinigkeiten. Es werde noch immer sehr national gedacht, um Eigeninteressen zu schützen. Eine Konsolidierung in Europa müsse politisch unterstützt werden; dies sei derzeit jedoch nicht der Fall sei, wird Papperger zitiert.

Die Konsolidierung müsse über die Firmen erfolgen. Dies werde jedoch manchmal von Regierungen behindert, vor allem, wenn Staatsbetriebe beteiligt seien. „Die Regierungen wollen bei Staatsbetrieben ihren Einfluss haben und natürlich wollen sie die Konsolidierung nicht“, so Papperger demnach. 

Die Rüstungsprojekte FCAS, MGCS und Eurodrone wurden 2017 praktisch zeitgleich gestartet. Damals kündigten der französische Präsident Emmanuel Macron und die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel die Vorhaben an. FCAS sollte einen gemeinsamen Nachfolger für den Eurofighter und die Rafale produzieren, das Projekt sollte Kommandoflugzeuge, Drohnen, Kampfflugzeuge und Satelliten eng miteinander verbinden sowie Europa unabhängiger von den USA machen.

Bei MGCS stand die gemeinsame Entwicklung eines Panzers im Zentrum. Er war als Nachfolger des deutschen Leopard 2 und des französischen Leclerc vorgesehen. Die Eurodrone wird von Frankreich, Deutschland, Italien und Spanien gemeinsam entwickelt und soll eine Alternative zum US-Modell namens Reaper sein.

Quelle: ntv.de, lwe/rts/dpa

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