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Startseite»Nachrichten»Rekorde trotz hoher Inflation: US-Börsen spekulieren auf Trumps Erfolg in China
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Rekorde trotz hoher Inflation: US-Börsen spekulieren auf Trumps Erfolg in China

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 13, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Rekorde trotz hoher InflationUS-Börsen spekulieren auf Trumps Erfolg in China

Auf eine Zinssenkung hofft die Wall Street derzeit nicht. (Foto: AP)

Trotz wachsender Sorge vor einer Zinserhöhung wegen der hohen Inflation erreichen Nasdaq und S&P neue Allzeithochs. Die US-Anleger erwarten von Trumps China-Besuch einen Durchbruch beim Iran-Krieg. Die Halbleiterbranche findet ihren Optimismus wieder.

Optimistische Erwartungen an den US-chinesischen Gipfel haben die US-Börsen zur Wochenmitte auf neue Rekordstände gehievt. Der Dow-Jones-Index fiel zwar um 0,1 Prozent auf 49.693 Punkte. Der S&P-500 stieg jedoch um 0,6 Prozent und der Nasdaq-Composite legte um 1,2 Prozent zu. Beide Indizes erreichten neue Allzeithochs. An der Nyse wurden 1095 (Dienstag: 1061) Kursgewinner gezählt, denen 1656 (1679) -verlierer gegenüberstanden. Unverändert gingen 60 (90) Titel aus dem Handel.

Anleger setzten darauf, dass beim Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping Fortschritte erzielt werden, wie Händler sagten. Nach den Verbraucherpreisen am Vortag haben auch die Erzeugerpreise in den USA im April deutlich zugelegt, angetrieben durch die gestiegenen Energiekosten infolge des Iran-Krieges. Damit verfestigten sich die Zinserhöhungsspekulationen. Laut CME FedWatch preisen die Märkte eine Zinserhöhung im Dezember mit einer Wahrscheinlichkeit von über 30 Prozent ein.

Im Fokus stand jedoch vor allem das Treffen zwischen Trump und Xi. Hinsichtlich des Irans laute das Narrativ, dass von China erwartet werde, Druck auf den Iran auszuüben, die Straße von Hormus zu öffnen, im Gegenzug für eine Deeskalation seitens der USA, so Analyst Jack Janasiewicz von Natixis Investment Managers. Trump habe weder die Anreize noch die Mittel, um China unter Druck zu setzen, da sein Fokus weiterhin auf dem Iran-Krieg und einem Gerichtsurteil liege, das seine Zölle einschränke, so die Volkswirte der Danske Bank. Für China habe die Aufrechterhaltung stabiler Beziehungen oberste Priorität, insbesondere in der Taiwan-Frage. Thierry Wizman von Macquarie Group warnte derweil, dass die Börsen zu Beginn der neuen Woche heftig unter Druck geraten könnten, sollte bei dem Treffen wider Erwarten kein Durchbruch beim Thema Iran erzielt werden.

Goldpreis im Abwärtstrend

Die Renditen am US-Anleihemarkt stiegen nach den Inflationsdaten nur vorübergehend. Die Rendite zehnjähriger Papiere stand zuletzt wieder wenig verändert bei 4,47 Prozent. Konjunktursorgen hätten die Kurse der Anleihen gestützt, hieß es. So werde mit Blick auf die für Donnerstag angekündigten Wirtschaftsdaten erwartet, dass sich das Wachstum der Einzelhandelsumsätze im April abgeschwächt habe und die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche gestiegen sei. Überdies sei die Auktion 30-jähriger US-Anleihen auf nur geringes Interesse gestoßen.

Der Dollar weitete seine Gewinne nach den Erzeugerpreisen aus. Der Dollar-Index stieg um 0,2 Prozent. Die Daten hätten die Chancen auf eine Zinssenkung durch die Federal Reserve zunichte gemacht, kommentierte Naeem Aslam, Analyst bei Zaye Capital Markets. Am Ölmarkt setzte sich die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Iran-Kriegs durch und ließ die Ölpreise nachgeben. Ein Barrel Brent verbilligte sich um rund 2 Prozent . Die in der Vorwoche überraschend deutlich gesunkenen Ölvorräte der USA stützen nicht. Auch die Warnung der Internationalen Energieagentur vor einer Angebotsverknappung verpuffte. Für den Goldpreis ging es erneut nach unten. Eine zwischenzeitliche leichte Erholung konnte nicht behauptet werden. Die Feinunze reduzierte sich um 0,5 Prozent. Die Aussicht auf eine ausbleibende Zinssenkung durch die US-Notenbank belaste, hieß es.

KI-Aktien mit Aufschlägen

Bei den Einzelwerten zeigten sich Halbleiter- und KI-Werte mit Aufschlägen. Für die Aktien von Qualcomm, Micron und Nvidia ging es um bis zu 4,8 Prozent nach oben. Damit dürfte sich die jüngste Rally nach dem Rücksetzer am Vortag fortsetzen. Ein Teil des zurückkehrenden Optimismus könnte darauf zurückzuführen gewesen sein, dass der Besuch von US-Präsident Trump in China dazu beitragen wird, den Verkauf auf dem großen und wachsenden chinesischen Markt zu ermöglichen. Die CEO von Qualcomm, Micron und Nvidia gehören zur Trump-Delegation.

Zudem stehen bei Samsung Electronics die Zeichen auf Streik. Die Gespräche des weltgrößten Speicherchip-Herstellers mit den Gewerkschaften über die Verteilung der massiven Gewinne des Unternehmens sind gescheitert. Die gewerkschaftlich organisierten Samsung-Mitarbeiter in Südkorea planen einen Streik vom 21. Mai bis zum 7. Juni. Daneben sollte Cisco nachbörslich die Ergebnisse für das dritte Geschäftsquartal bekannt geben, die Auswirkungen auf den Technologie-Sektor haben könnten. Die Aktien gewannen 2,6 Prozent.

Die Titel von Nebius verteuerten sich 15,7 Prozent zu, nachdem der Cloud-Anbieter für das erste Quartal einen Gewinn bekanntgegeben hatte, der die Erwartungen übertraf. Der bereinigte Verlust des Unternehmens vergrößerte sich weniger deutlich als von Analysten erwartet. Die Papiere von Nextpower stiegen um 8,8 Prozent. Obwohl das Energietechnologieunternehmen im letzten Quartal einen geringeren Umsatz und Gewinn verzeichnet hatte, hob es die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr an. EchoStar verbesserten sich um 3 Prozent. Die Federal Communications Commission hat den Verkauf von EchoStar-Mobilfunkfrequenzen an AT&T und SpaceX genehmigt.

Alles Weitere zum heutigen Börsengeschehen finden Sie hier.

Quelle: ntv.de, mau/DJ

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