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Verwirrung um Starttermin: Russland und Ukraine rufen unterschiedliche Waffenruhen aus

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 4, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Verwirrung um StartterminRussland und Ukraine rufen unterschiedliche Waffenruhen aus

Viel zu feiern hat Kreml-Chef Putin derzeit nicht. Die Besetzung der Ukraine lahmt und die russische Wirtschaft gerät immer stärker unter Druck. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Rund um das orthodoxe Osterfest erklärt Russland eine 30-stündige Waffenruhe in der Ukraine. Für die Feierlichkeiten zum Sieg über Nazideutschland wiederholt der Kreml den Schritt. Die Ukraine kündigt ebenfalls eine Waffenruhe an – die allerdings deutlich früher beginnen soll.

Russland hat im Krieg gegen die Ukraine eine zweitägige Waffenruhe um den Tag des Sieges im Zweiten Weltkrieg am 9. Mai angeordnet. Diese gelte auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin am 8. und 9. Mai, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Moskau zähle darauf, dass die ukrainische Seite dem Beispiel folge. Kurz nach einer russischen Erklärung kündigte die Ukraine ebenfalls eine Waffenruhe an, allerdings mit einem anderen Starttermin. „Wir verkünden eine Waffenruhe, beginnend ab 0 Uhr (23 Uhr MESZ) in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai“, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit.

Über eine mögliche Waffenruhe über den Feiertag hatten zuerst Putin und US-Präsident Donald Trump bei einem Telefonat Ende April gesprochen. Putin erwäge eine solche Feuerpause, sagte dessen außenpolitischer Berater Juri Uschakow. Aber auch Trump nahm in Washington die Initiative für sich in Anspruch.

Selenskyj forderte daraufhin von den USA Aufklärung, was genau besprochen worden sei. Die Ukraine trete für einen dauerhaften Waffenstillstand und einen mit Sicherheitsgarantien versehenen Frieden ein, sagte er.

Brüchige Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest

Russland führt seit mehr als vier Jahren einen Angriffskrieg gegen das Nachbarland. In dieser Zeit wurden mehrmals über hohe Feiertage kurzzeitige Waffenruhen ausgerufen. Zuletzt gab es einen Versuch über das orthodoxe Osterfest Mitte April. Beide Seiten verzichteten für etwa 30 Stunden auf Raketen- und Drohnenangriffe im gegnerischen Hinterland. An der Frontlinie blieb es unruhig, weil kleine Drohnen weiter eingesetzt wurden. Russland und die Ukraine warfen einander deshalb jeweils mehrere Tausend Verstöße vor.

Auch zum Tag des Sieges 2025 hatte Putin eine dreitägige Feuerpause angeordnet. Russland beging den 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs damals mit einer großen Militärparade und vielen ausländischen Gästen. Etwa der chinesische Präsident Xi Jinping kam nach Moskau.

In diesem Jahr soll die traditionelle Parade auf dem Roten Platz erstmals seit 2007 wieder ohne die Vorführung von Panzern und Raketen stattfinden. Angesichts möglicher ukrainischer Drohnenangriffe begründete das Verteidigungsministerium den Verzicht mit der „operativen Lage“.

Russische Beobachter weisen auch darauf hin, dass die Demonstration von militärischer Macht unglaubhaft wirken könnte angesichts der russischen Probleme im Ukraine-Krieg. Die Wirtschaft leidet unter dem Krieg, die militärischen Verluste sind hoch, und ukrainische Drohnen treffen immer sichtbarer Ziele tief im russischen Rückraum.

Quelle: ntv.de, als/dpa

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