Zahlreiche Wohnhäuser beschädigtMyanmar: Dutzende Tote durch Explosion in Rebellenlager
Eine gewaltige Detonation erschüttert den Ort Namhkam in Myanmar. Mindestens 50 Anwohner sterben, zahlreiche Häuser liegen in Trümmern. Eine Rebellengruppe spricht von einem Sprengstoff-Unfall und kündigt eine Untersuchung an.
Nach einer Explosion an einem Munitionslager gibt es im Nordosten Myanmars viele Opfer. Nach Angaben örtlicher Medien starben bei dem Vorfall am Mittag (Ortszeit) in Namhkam in der Shan-Region mindestens 50 Menschen. Mindestens 70 weitere wurden nach den ersten Informationen von Rettungskräften dabei verletzt.
Den lokalen Berichten zufolge wurden bei der Explosion zahlreiche Wohnhäuser in der Umgebung beschädigt. Rettungskräfte suchten weiter nach Verschütteten unter den Trümmern. Das Krankenhaus des Ortes Namhkam meldete einen akuten Mangel an Blutreserven zur Behandlung der Verletzten.
Die Rebellengruppe Ta’ang National Liberation Army (TNLA) bestätigte, dass es sich um ein Munitionslager in ihrem Besitz handelte. Deren Angaben zufolge enthielt das betroffene Depot gewerbliche Sprengstoffe, die für den Einsatz in einem von der Gruppe betriebenen Steinbruch vorgesehen waren. Die TNLA drückte den Opfern der Explosion ihr Mitgefühl aus und kündigte eine umfassende Untersuchung der Ursache für die Explosion an.
Die Armee in Myanmar hatte im Februar 2021 die demokratisch gewählte Regierung der Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi gestürzt und die Macht übernommen. Proteste gegen den Staatsstreich wurden vom Militär niedergeschlagen. Inzwischen wird das Land von einem Bürgerkrieg erschüttert, in dem die Armee gegen eine Vielzahl von pro-demokratischen Rebellengruppen und mächtigen bewaffneten Gruppen ethnischer Minderheiten kämpft. Die TNLA ist der bewaffnete Arm einer der einflussreichsten Minderheiten des Landes.
