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Startseite»Politik»Bahn: Schienennetz hat sich 2025 nicht weiter verschlechtert
Politik

Bahn: Schienennetz hat sich 2025 nicht weiter verschlechtert

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerMai 7, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 07.05.2026 • 15:52 Uhr

Die Unpünktlichkeit der Bahn liegt zu einem großen Teil an der maroden Infrastruktur. Der neue Netzzustandsbericht zeigt: Das Netz wurde zuletzt nicht besser – aber auch nicht schlechter. Für Bahn-Experten ist das ein „Hoffnungsschimmer“.

Die Deutsche Bahn konnte den Zustand ihres teils maroden Schienennetzes im vergangenen Jahr trotz Milliardeninvestitionen nicht verbessern. Das Netz erhielt im aktuellen Netzzustandsbericht wie schon im Vorjahr die Schulnote 3,0.

„Die Trendwende haben wir noch nicht geschafft“, sagte Bahnchefin Evelyn Palla. Viele Anlagen und Bahnhöfe seien weiter in keinem guten Zustand. Aber – betonte Palla zugleich – „die Talsohle der ungebremsten Alterung unserer Schieneninfrastruktur scheint erreicht“.

Leichte Verbesserung bei Brücken und Bahnhöfen

Die „Allianz pro Schiene“ sprach von einem Hoffnungsschimmer. Es gebe aber noch immer einen gewaltigen Investitionsstau von 124 Milliarden Euro. 2024 habe dieser aber noch bei 130 Milliarden Euro gelegen. Der Bund – dem die Bahn gehört – brauche einen langfristigen Plan, den Stau aufzulösen, so der Geschäftsführer der Interessensorganisation, Dirk Flege.

Im aktuellen Netzzustandsbericht konnten sich die Bahnhöfe mit der Note 2,96 gegenüber 3,03 im Jahr 2024 leicht verbessern. 124 Bahnhöfe wurden im vergangenen Jahr nach einer Rundum-Erneuerung fertiggestellt. Die Brücken, deren Wiederbeschaffungswert sehr hoch ist, erhielten die Note 2,64, ebenfalls eine leichte Verbesserung.

Eine 4 für die Stellwerke

In besonders schlechtem Zustand sind laut Bericht weiterhin die Stellwerke mit einer Note von 4,02 im Gesamtnetz – 0,1 Punkte besser als vor einem Jahr. „Jedes zweite der rund 4.000 Stellwerke ist erneuerungsbedürftig“, hieß es. Die Stellwerke sind besonders wichtig für den Bahnbetrieb. Dort werden Weichen und Signale gestellt, damit die Züge sicher fahren können.

Bahnchefin Palla räumte ein, „der Weg zu einem modernen Schienennetz ist noch lang“. Entscheidend sei, dass die öffentliche Hand auch künftig ausreichend Mittel bereitstelle. Palla hatte Ende März bei der Vorstellung der erneut tiefroten Bilanz gesagt, die rund 28.000 Baustellen bremsten die Bahn aus.

Im vergangenen Jahr waren nur etwa 60 Prozent der Fernverkehrszüge pünktlich. Es gehe zunächst darum, den Wert zu stabilisieren – und damit den seit 2020 anhaltenden Abwärtstrend zu brechen, so Palla.

Investitionen werden aufgestockt

2025 wurden nach Bahn-Angaben rund 19,9 Milliarden Euro in die Sanierung des Schienennetzes gesteckt. So viel Geld sei nötig, damit der „Sanierungsstau nicht noch größer wird“, erklärte Philipp Nagl, Chef der für die Infrastruktur zuständigen Bahntochter DB InfraGo. Insgesamt seien im vergangenen Jahr 1.900 Kilometer Gleise und 1.900 Weichen erneuert worden.

Im laufenden Jahr sollen nochmal 23 Milliarden Euro investiert werden, 28.000 Baustellen sind in Planung. Die Bahn-Manager erwarten, dass mit dieser Investitionssumme der Zustand des Netzes zumindest ein bisschen besser wird. Hinzu kommt, dass in diesem Jahr vier sogenannten Generalsanierungen besonders wichtiger Strecken abgeschlossen werden sollen.

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