Entschuldigung bei SelenskyjLukaschenko nennt militärischen Sieg unrealistisch
Belarus steht fest an Russlands Seite im Angriffskrieg gegen die Ukraine. Nun überrascht Machthaber Lukaschenko mit der Aussage, beide Seiten seien nicht in der Lage, zu gewinnen. Auch andere Worte aus seinem Mund verwundern.
Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat Russland und die Ukraine zur Kompromissbereitschaft aufgerufen, um den seit mehr als vier Jahren andauernden Krieg zu beenden. Ein militärischer Sieg sei für beide Seiten unrealistisch, sagte der enge Verbündete des russischen Präsidenten Wladimir Putin in einem Interview mit dem Fernsehsender Al Arabija. Zwar rückten die russischen Truppen weiter vor, jedoch litten beide Kriegsparteien unter einem Mangel an Soldaten.
Lukaschenko behauptete zudem, die Ukraine habe von seinem Land nichts zu befürchten. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte angedeutet, dass neue russische Angriffe von belarussischem Gebiet aus erfolgen könnten. Belarus hatte Russland im Jahr 2022 den Einmarsch in die Ukraine über sein Territorium gestattet und die Stationierung russischer Atomwaffen geduldet.
Einem Bericht des Portals Kyiv Independent zufolge entschuldigte sich Lukaschenko in dem Interview auch bei Selenskyj für den Fall, dass sich dieser beleidigt gefühlt habe – möglicherweise habe er zu scharf gesprochen. Allerdings mahnte der belarussische Machthaber auch, Selenskyj solle selbst vorsichtiger in seinen Äußerungen sein und Belarus nicht provozieren.
Zuvor hatte der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Brovdi, demnach erklärt, die ukrainischen Streitkräfte hätten 500 potenzielle Ziele in Belarus identifiziert, und Lukaschenko gewarnt, sich aus dem Krieg herauszuhalten. Daraufhin drohte dem Bericht zufolge wiederum Lukaschenko der Ukraine, ein „sehr ernstes Ziel“ in dem Land anzugreifen, sollte Belarus bedroht werden. Vergangene Woche warnte der russische Vize-Außenminister Michail Galusin gar, Russland und Belarus seien jederzeit bereit, alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um ihre Sicherheit zu gewährleisten – einschließlich Atomwaffen.
