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Startseite»Politik»Landgericht Berlin: Palliativarzt gesteht Tötung von zwölf Patienten
Politik

Landgericht Berlin: Palliativarzt gesteht Tötung von zwölf Patienten

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 25, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Stand: 25.06.2026 • 14:30 Uhr

Ein Berliner Palliativarzt steht seit knapp einem Jahr vor Gericht – wegen des Verdachts, Dutzende Patienten getötet zu haben. Bislang hatte er dazu geschwiegen. Nun gab es eine überraschende Wende.

  • Palliativarzt gesteht vor Gericht 12 von 15 Tötungen
  • Er bittet Angehörige, Familie und Kollegen um Entschuldigung
  • Taten zwischen September 2021 und Juli 2024
  • Ermittlungen zu 76 Fällen laufen weiter

Nach einem fast einjährigen Prozess hat der wegen Mordes in mehreren Fällen angeklagte Palliativarzt sein Schweigen gebrochen: Am 54. Verhandlungstag hat der 41-Jährige die ihm vorgeworfenen Tötungen vor dem Landgericht Berlin gestanden. „Ich bin erst jetzt in der Lage, mein Handeln zu erklären und übernehme die Verantwortung für meine Taten“, sagte der Angeklagte. „Ich entschuldige mich für das viele Leid, das ich über Sie gebracht habe“, sagte er an Angehörige sowie seine Familie und Kollegen gerichtet. In seiner gut 30-minütigen Erklärung räumte der Angeklagte 12 der 15 angeklagten Taten ein.

Parallel laufen Ermittlungen zu weiteren Fällen

Der Angeklagte steht seit Juli 2025 vor Gericht, weil er im Rahmen seiner Tätigkeit als Palliativarzt Patientinnen und Patienten im Zeitraum von September 2021 bis Juli 2024 getötet haben soll. Er wurde Anfang August 2024 verhaftet und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Die Berliner Staatsanwaltschaft wirft dem promovierten Mediziner Mord aus Heimtücke und sonstigen niederen Beweggründen vor. Die Behörde hat zunächst 15 Fälle im Zeitraum von September 2021 bis Juli 2024 in Berlin angeklagt. In einigen Fällen soll der Arzt Brände gelegt haben, um die Taten zu vertuschen. Parallel zu der Verhandlung vor dem Landgericht laufen die Ermittlungen zu derzeit 76 Fällen weiter, wie es von der Staatsanwaltschaft heißt.

Abgehörte Telefonate vor Gericht abgespielt

Im Prozess waren vor einigen Wochen abgehörte Telefonate abgespielt worden, die der Arzt aus dem Gefängnis heraus mit seiner Ehefrau geführt hatte. In diesen hatte er bereits Tötungen zugegeben – er habe aber nicht gemordet, so der Angeklagte zu seiner Frau. Er beschrieb ihr gegenüber sein Vorgehen als ein „moralisches Handeln mit den falschen Mitteln“. Vor Gericht erklärte der Arzt, er äußere sich nicht wegen der „erdrückenden Beweise“, sondern wegen der Auseinandersetzung mit sich selbst in den vergangenen Monaten. Er habe sich eingeredet, das Richtige zu tun und Patienten „Leid und Siechtum“ zu ersparen. „Nach jeder Tat dachte ich: Das muss aufhören“, sagte der Angeklagte. Er habe sich für sein Handeln gehasst. „Ich weiß, dass ich zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt werde. Vielleicht ist das ein Trost für die Angehörigen“, sagte er mit Blick auf Hinterbliebene, die im Prozess als Nebenkläger auftreten und im Gerichtssaal saßen.

Sendung: rbb24 Inforadio, 25.06.2026, 11:20 Uhr Audio: rbb24 Inforadio, 25.06.2026, Jonas Ziegler

Rundfunk Berlin-Brandenburg

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