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Lipowitz fällt zurück: Schweizer Schmid gewinnt Vogesen-Hatz nach langer Flucht

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 18, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Lipowitz fällt zurück

Schweizer Schmid gewinnt Vogesen-Hatz nach langer Flucht

17.07.2026 | 17:46 Uhr

Auf der 13. Etappe der Tour de France hetzten die Fahrer durch die Vogesen. Eine Ausreißergruppe fährt einen riesigen Vorsprung heraus, im Ziel triumphiert ein abgezockter Schweizer. Für die deutsche Tour-Hoffnung Florian Lipowitz läuft es „nicht optimal“.

Der Schweizer Radprofi Mauro Schmid hat am Tag der Ausreißer die 13. Etappe der Tour de France gewonnen. Der 26-Jährige vom Team Jayco AlUla setzte sich bei der mit 205,8 km längsten Etappe der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt im Sprint gegen Harold Tejada aus Kolumbien (XDS Astana) durch. Das Duo hatte sich rund 15 km vor dem Ziel aus der Fluchtgruppe abgesetzt, die mehr als sieben Minuten vor dem Peloton ins Ziel kam. Für Schmid war es der erste Tour-Etappensieg und der größte Karriereerfolg. „Ich habe es noch gar nicht realisiert. Ich bin total sprachlos“, sagte Schmid.

„Geil! Das zeigt einfach, dass auch ein kleineres Team hier Etappen gewinnen kann“, freute sich Schmids Teamkollege Pascal Ackermann in der ARD. Der deutsche Meister Felix Engelhardt versprach: „Auf jeden Fall wird es eine kleine Party geben.“ Ackermann, der den vom Team angepeilten Tageserfolg in den Sprints verpasst hatte, freute sich unbändig für den 26-jährigen Schmid. „Er ist ein verdammt geiler Typ. Er hat so eine lockere Art, ist ein bisschen verplant. Es ist einfach geil, dass er die Etappe gewonnen hat.“

Der Brite Tom Pidcock sprintete als Dritter ins Ziel und machte in der Gesamtwertung einen großen Sprung von Rang zehn auf vier. Die deutsche Tour-Hoffnung Florian Lipowitz fiel dadurch auf Position sieben zurück, liegt weiter 4:44 Minuten hinter Tadej Pogacar, der das Gelbe Trikot verteidigte. „Klar war es für uns nicht ganz optimal, aber ich denke, es passt für uns trotzdem noch“, kommentierte Lipowitz in der ARD seinen Platzverlust. „Es war schon nicht optimal, dass Pidcock dabei war. Dann hieß es einfach, heute ins Ziel zu kommen.“

Keine entscheidende Attacke am Ballon d’Alsace

Ein großes Kämpferherz bewies nach dem Start in Dole der frühere deutsche Meister Georg Zimmermann. Der 28-Jährige, dessen Kinn nach einem unglücklichen Sturz am Mittwoch mit acht Stichen genäht werden musste, mühte sich trotz seiner Blessuren nach Kräften um den Sprung in die Fluchtgruppe des Tages. Sein Einsatz wurde nicht belohnt. Die ersten Ausreißer um Zimmermann wurden nach 40 Minuten vom Peloton gestellt. 

Auch danach kehrte lange keine Ruhe ein. Erst nach etwas mehr als 50 km stabilisierte sich die Rennsituation. Zur großen Ausreißergruppe an der Spitze gehörten schließlich auch Michel Heßmann (Movistar) und Routinier John Degenkolb (Picnic PostNL). Eine weitere Gruppe, die mit Blick auf das Grüne Trikot Interesse an der Sprintwertung 68 km vor dem Ziel hatte, bildete sich zusätzlich und schaffte nach langer und intensiver Verfolgung den Zusammenschluss. Insgesamt hatten sich fast 60 Fahrer abgesetzt.

Am Ballon d’Alsace, einem Anstieg der ersten Kategorie, dessen Spitze 30 km vor dem Ziel erreicht wurde, blieb die Vorentscheidung trotz zahlreicher Attacken aus. Eine reduzierte Spitzengruppe um Pidcock raste in der Abfahrt geschlossen dem Ziel entgegen. Im Hauptfeld mit Pogacar und Lipowitz kam es zu keinen Attacken. 

Pogacar vs. Vingegaard geht in den Vogesen weiter

Rund 15 Kilometer vor dem Ziel setzten Schmid und Tejada die entscheidende Attacke, um sich von den restlichen Ausreißern abzusetzen. Beim Zielsprint pokerte das Duo fast zu lange, machte den Sieg aber letztlich unter sich aus. Am Ende jubelte Schmid, der im Vorjahr ein Ausreißer-Duell um einen Tour-Etappensieg verloren hatte.

Der Kampf um das Gelbe Trikot geht auf der 14. Tour-Etappe in den Vogesen in die nächste Runde. Über 155,3 km erstreckt sich der Kurs zwischen Mülhausen und dem Ziel in Le Markstein Fellering, das vor allem Ex-Champion Jonas Vingegaard in bester Erinnerung haben dürfte.

Vor drei Jahren endete hier die 20. und vorletzte Etappe der Tour 2023, bei der der Däne seinen zweiten und bislang letzten Tour-Triumph zementierte. Der Etappensieg ging damals an den Gesamtführenden der Tour 2026, Tadej Pogacar, der diesen Erfolg gern wiederholen möchte.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar/sid

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