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Ölpreis treibt die Inflation: US-Börsen setzen ihre Talfahrt fort

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 10, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Ölpreis treibt die InflationUS-Börsen setzen ihre Talfahrt fort

Die jüngste Eskalation im Nahen Osten bereitet den US-Anlegern Sorgen. (Foto: IMAGO/UPI Photo)

Angesichts der neuen Kampfhandlungen im Nahen Osten verfinstert sich die Stimmung an der Wall Street. Die Inflation hat sich zuletzt deutlich beschleunigt, die Fed dürfte mittelfristig mit Zinserhöhungen gegensteuern. Vor allem Tech-Aktien kommen unter die Räder.

Ein Ausverkauf bei Technologieaktien und geopolitische Spannungen haben der Wall Street am Mittwoch deutliche Verluste eingebrockt. Die wichtigsten US-Aktienindizes schlossen mehr als ein Prozent im Minus, nachdem US-Präsident Donald Trump dem Iran mit weiteren Angriffen gedroht hatte, falls kein Friedensabkommen erzielt werde. Im Nahost-Krieg hatte es die schwersten Kampfhandlungen seit zwei Monaten gegeben.

Der Dow-Jones-Index fiel um 1,9 Prozent auf 49.918 Punkte. Der S&P 500 verlor 1,6 Prozent auf 7266 Zähler und der Nasdaq-Composite gab zwei Prozent auf 25.169 Stellen nach. Besonders Halbleiterwerte gerieten unter Druck. Der Branchenindex rutschte um 3,6 Prozent ab, wobei Aktien von Nvidia und Broadcom zu den größten Verlierern im S&P 500 gehörten. Der Technologiesektor des S&P 500 schloss elf Prozent unter seinem Rekordhoch vom 2. Juni und bestätigte damit eine Marktkorrektur.

Anleger strichen im Technologiesektor weiterhin Gewinne ein, sagte Tom Hainlin, Anlagestratege bei U.S. Bank Wealth Management. Zudem würden Investoren nach den jüngsten Wirtschaftsdaten möglicherweise höhere Zinsen einpreisen und seien wegen des Krieges besorgt. „Vielleicht zieht sich dieser Konflikt bis in den Hoch- oder Spätsommer hinein“, erklärte er.

Die US-Verbraucherpreise sind im Mai um 4,2 Prozent gestiegen und verzeichneten damit den stärksten Zuwachs seit April 2023. Der Nahostkonflikt hatte die Preise für Benzin und andere Energieprodukte in die Höhe getrieben. Investoren rechnen nun bis zum Jahresende mit mindestens einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte, auch wenn erwartet wird, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen auf ihrer Juni-Sitzung zunächst stabil hält.

Amazon-Ankündigung bringt Logistiker unter Druck

Die Umschichtung aus den hoch bewerteten Technologieaktien stützte andere, in diesem Jahr bislang schwächere Marktsegmente wie das Gesundheitswesen, Immobilien und Basiskonsumgüter. Bei den Einzelwerten sorgte Amazon für Bewegung. Der Online-Händler kündigte an, seine Stückguttransporte in den USA auszubauen. Dies schickte die Aktien von Logistikunternehmen wie XPO, J.B. Hunt und Old Dominion auf Talfahrt.

Der Industrieindex fiel um 3,4 Prozent. Super Micro Computer brachen um 28 Prozent ein. Das Unternehmen will über Finanzierungstransaktionen sieben Milliarden Dollar einsammeln, um Bauteile für die wachsende Nachfrage nach KI-Servern zu kaufen. Anleger blicken zudem skeptisch auf den für Freitag geplanten Börsengang von SpaceX. Das Raumfahrtunternehmen strebt Einnahmen von 75 Milliarden Dollar bei einer Gesamtbewertung von 1,75 Billionen Dollar an, was die Befürchtungen über einen übertriebenen Optimismus im Tech-Sektor verstärkte. 

Mehr zum heutigen Börsengeschehen lesen Sie hier.

Quelle: ntv.de, ino/rts

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