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Politik

Sind Klimageräte Stromfresser? So hoch sind Verbrauch und Kosten

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 25, 2026Keine Kommentare5 Minuten Lesezeit
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FAQ

Stand: 25.06.2026 • 15:06 Uhr

An heißen Tagen wünschen sich viele Menschen eine schnelle Abkühlung. Klimageräte versprechen genau das, stehen aber wegen ihres Stromverbrauchs in der Kritik. Zurecht?

Michelle Goddemeier

Hitzewellen werden in Deutschland häufiger. Viele Menschen suchen deshalb nach Möglichkeiten, ihre Wohnung zu kühlen. Dementsprechend steigt auch die Nachfrage nach Klimaanlagen. Doch viele Verbraucherinnen und Verbraucher fragen sich, ob die Geräte nicht zu viel Strom verbrauchen und hohe Kosten verursachen.

Welche Modelle gibt es?

Bei Klimageräten gibt es zwei unterschiedliche Typen: Monoblock- und Split-Geräte. Monoblock-Geräte bestehen aus einer einzigen Einheit und leiten die warme Luft über einen oder zwei Schläuche durch ein geöffnetes Fenster oder die Terrassentür nach draußen. Sie sind vergleichsweise günstig und können ohne Montage genutzt werden.

Split-Klimaanlagen bestehen dagegen aus einem Innen- und einem Außengerät. Das Gerät saugt die warme Raumluft an, ein Kältemittel nimmt sie auf. Die abgekühlte Luft wird wieder in den Raum geblasen und die abgenommene Wärme über die Außeneinheit nach draußen abgegeben. Sie sind teurer und müssen von Fachleuten installiert werden, kühlen aber deutlich effizienter und meist auch leiser.

Sind Klimageräte grundsätzlich Stromfresser?

Nein. Wie viel Strom eine Klimaanlage verbraucht, hängt vor allem vom Gerätetyp und der Nutzung ab. Besonders mobile Klimageräte mit Abluftschlauch gelten als vergleichsweise ineffizient. Sie leiten warme Luft nach draußen, ziehen aber oft wieder warme Außenluft in den Raum, die das Gerät dann wiederum herunterkühlen muss.

Moderne Split-Klimaanlagen gelten als die energieeffizienteste Lösung. Sie arbeiten ähnlich wie ein Kühlschrank und erreichen die gewünschte Temperatur meist schneller. Weil kein Fenster für einen Abluftschlauch geöffnet werden muss, geht weniger Kühlleistung verloren.

Wie groß sind die Unterschiede beim Stromverbrauch?

„Sie müssen mit zusätzlichen Stromkosten von 40 bis 140 Euro jährlich für den Betrieb rechnen“, sagt Meike Militz, Energieexpertin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zu den Kosten bei mobilen Gräten.

Nach Berechnungen der Stiftung Warentest liegen die Stromkosten über viele Jahre gerechnet bei Split-Klimaanlagen oft in einer ähnlichen Größenordnung oder sogar darunter, obwohl die Geräte meist leistungsfähiger sind. „Moderne Geräte mit hoher Effizienz lohnen sich langfristig nicht nur ökologisch, sondern auch finanziell“, heißt es dazu.

Wie hoch der Stromverbrauch ausfällt, hängt auch von weiteren Faktoren ab. Je wärmer es draußen ist, desto stärker muss der Kompressor das Kältemittel verdichten, wodurch mehr Energie verbraucht wird. Auch die gewünschte Raumtemperatur spielt eine Rolle: Je stärker ein Raum heruntergekühlt werden soll, desto länger muss die Anlage arbeiten.

Die Kosten hängen natürlich auch davon ab, wie oft die Anlage zum Einsatz kommt und wie hoch der Strompreis ist.

Wie kann man die Stromkosten berechnen?

Laut Verivox gibt es eine Formel, um die Stromkosten einer Klimaanlage zu berechnen. Dazu muss die elektrische Leistung des Geräts mit der jährlichen Betriebszeit multipliziert werden.

Beispiel: Ein typisches Split-Gerät mit einer Kühlleistung von 2.500 Watt benötigt im Betrieb maximal 700 Watt elektrische Leistung. Da die Klimaanlage ihren Stromverbrauch mithilfe eines Inverters minimiert, liegt der durchschnittliche Energieverbrauch aber nur bei 450 Watt beziehungsweise 0,45 Kilowatt. Das Kühlgerät wird im Sommer an insgesamt 30 Tagen für jeweils zehn Stunden genutzt.

Daraus ergibt sich folgende Berechnung: Jährliche Betriebsdauer = 30 x 10 Stunden = 300 Stunden; Stromverbrauch des Split-Geräts = 0,45 Kilowatt x 300 Stunden = 135 Kilowattstunden (kWh). Bei einem Kilowattstundenpreis von circa 40 Cent ergeben sich jährlich also 54 Euro an Stromkosten.

Was kostet ein Gerät?

Mobile Monoblock-Geräte kosten beim Kauf meist zwischen 200 und 1.000 Euro. Split-Klimaanlagen sind deutlich teurer. Für Gerät und Einbau in normal großen Räumen müssen Verbraucher laut ADAC häufig mit 2.000 bis 5.000 Euro inklusive Montage rechnen, bei größeren Anlagen auch deutlich mehr.

Hinzu kommen bei Split-Geräten regelmäßige Wartungskosten. Die liegen danach bei 100 bis 200 Euro pro Jahr.

Lohnt sich ein Klimagerät überhaupt?

Das hängt von den Wohnverhältnissen ab. Für einzelne heiße Tage im Jahr reicht vielen Menschen ein Ventilator oder eine gute Verschattung der Wohnung. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, zunächst Maßnahmen wie Außenjalousien, Rollläden, Sonnenschutzfolien oder eine bessere Dämmung zu prüfen. Auch der Einsatz eines Ventilator könne helfen.

„Besser als eine Klimaanlage zu installieren ist es, die Sommerhitze gar nicht erst in die Wohnung herein zu lassen, zum Beispiel durch einen Sonnenschutz oder das richtige Lüften“, heißt es.

Sind mobile Klimageräte eine gute Lösung für Mieter?

Für viele Mieter ja. Mobile Geräte lassen sich ohne Genehmigung aufstellen und beim Umzug mitnehmen. Split-Klimaanlagen benötigen dagegen einen Wanddurchbruch und ein Außengerät. Dafür ist in der Regel die Zustimmung des Vermieters erforderlich. Wer in einer Eigentumswohnung lebt, braucht in der Regel die Zustimmung der Wohnungseigentümergemeinschaft. Die Installation ist nur durch zertifizierte Fachbetriebe erlaubt.

Warum gelten Klimageräte als Klimakiller?

Klimaanlagen benötigen Strom und geben die aus Innenräumen abgeführte Wärme nach draußen ab. Dadurch kann sich die Umgebung zusätzlich aufheizen. Forscher haben für Paris berechnet, dass die Abwärme vieler Klimaanlagen während einer Hitzewelle die Außentemperatur in der Stadt lokal um mehrere Grad zusätzlich erhöhen kann.

Zusätzlich werden noch viele der Geräte mit Difluormethan (R32) betrieben. Gelangen diese Gase durch Leckagen oder eine unsachgemäße Entsorgung in die Atmosphäre, wirken sie deutlich stärker als Kohlendioxid. Die EU verschärft deshalb schrittweise die Vorschriften für solche Kältemittel.

Gibt es Förderungen?

Für klassische Klimageräte gibt es derzeit in der Regel keine staatliche Förderung für Privatpersonen. Mobile Klimageräte und reine Split-Klimaanlagen, die ausschließlich zum Kühlen genutzt werden, müssen Verbraucher normalerweise vollständig selbst bezahlen.

Anders kann es bei fest installierten Geräten mit Heizfunktion aussehen. Im Rahmen der KfW-Heizungsförderung gibt es bis zu 70 Prozent Zuschuss für fest installierte Klimageräte mit Heizfunktion (Luft-Luft-Wärmepumpen), wenn sie durch einen Fachbetrieb eingebaut werden und ein individueller Sanierungsfahrplan vorliegt.

Darüber hinaus bieten manche Bundesländer und Kommunen eigene Förderprogramme für energieeffiziente Heiz- und Kühlsysteme an.

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Dr. Heinrich Krämer
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