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Startseite»Nachrichten»Was macht der DFB?: Jürgen Klopp und die heikle Red-Bull-Frage
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Was macht der DFB?: Jürgen Klopp und die heikle Red-Bull-Frage

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuli 13, 2026Keine Kommentare4 Minuten Lesezeit
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Sollte nicht noch Ungeheuerliches passieren, wird Jürgen Klopp der nächste Bundestrainer. Die DFB-Spitzen versuchen, ihn aus seinem Vertrag mit Red Bull zu bekommen. Der Brausekonzern kommt dem deutschen Fußball sehr gerne entgegen – möglicherweise im Eigeninteresse.

Das ungewöhnlichste Szenario stand immerhin gar nicht erst zur Debatte: Sollte Jürgen Klopp demnächst die Geschicke der deutschen Fußball-Nationalmannschaft lenken, wird er wohl nicht mit einer Red-Bull-Mütze auf der Trainerbank sitzen. Auch wird er seinen DFB-Schützlingen keine Dosen des Energiedrinks reichen und eigene „Hydration Breaks“ am Spielfeldrand abhalten.

Nach einigen Tagen der Verwirrung ist klar: Der Bald-Bundestrainer Klopp werde nicht gleichzeitig noch als Werbebotschafter für Red Bull arbeiten. Das berichteten Sky, RTL und der „Kicker“, nachdem die „Bild“-Zeitung noch diese Meldung verbreitet hatte. Keine Mütze, keine Dosen, keine Doppelrolle: Auch wenn diese Szenarien für den designierten Nachfolger von Julian Nagelsmann abgeräumt sind, bleiben einige Fragen weiter offen.

Denn in irgendeiner Form soll Klopp dem Brausekonzern wohl erhalten bleiben. Wie genau, darüber verhandeln DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Liga-Präsident Hans-Joachim Watzke in den nächsten Tagen in New York. Dort treffen die beiden Verbandsbosse den Mann, der über die Zukunft des deutschen Fußballs entscheiden soll: Oliver Mintzlaff. Er ist der Red-Bull-Sportchef und damit der Noch-Arbeitgeber von Klopp. Eigentlich müsste der klamme DFB eine Ablöse an ihn zahlen, doch dem Vernehmen nach verzichtet Mintzlaff darauf.

Klopp für den „big change“

Doch irgendwas wird Mintzlaff im Gegenzug wollen. Schon jetzt geistern verschiedenste Möglichkeiten durch die Medien. Der Bald-Bundestrainer könnte den Red-Bull-Klubs etwa weiterhin Ratschläge geben, schließlich bedarf der Job des obersten Trainers des Landes nicht zu jeder Sekunde die volle Aufmerksamkeit, heißt es beim „Kicker“. Oder die DFB-Elf könnte häufiger mal in der Red-Bull-Arena in Leipzig vorbeischauen. Die Möglichkeiten sind grenzenlos.

Dass es in irgendeiner Form zu einer solchen Einigung kommt, erscheint höchstwahrscheinlich. Denn in seiner seltsamen Transparenzoffensive hat der DFB schon am vergangenen Samstag mitgeteilt, dass sich Klopp mit dem Verband bereits auf die „Eckpunkte eines potenziellen Vertrags“ geeinigt habe. Das Word-Dokument wurde also schon erstellt, die ersten Stichpunkte mit Leben gefüllt. Nur beim Absatz zu Red Bull herrscht noch etwas Leerstand.

Klopp ist aus Sicht der DFB-Spitze die Sehnsuchtsfigur, die den deutschen Fußball nach drei gescheiterten Weltmeisterschaften wieder aufrichten soll. Nagelsmann sagte es bei seinem letzten Auftritt als Bundestrainer selbst. Der deutsche Fußball brauche einen „big change“, schließlich habe man schon „seit zwölf Jahren nichts mehr gerissen“. Auch die Nagelsmänner reihen sich mit ihrem Auftritt in den USA und Kanada hinter Katar 2022 sowie Russland 2018 ein.

Diesen „big change“ darf Nagelsmann aber nicht mehr selbst einleiten. Mit seinem Wirken schon vor (und spätestens dann auch bei) der Weltmeisterschaft verlor er seine Glaubwürdigkeit bei Fans und schließlich auch Verantwortlichen. Die letzten sportlichen Argumente verabschiedeten sich mit dem Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay. Selbst DFB-Sportdirektor Rudi Völler, der Nagelsmann in jedem medialen Sturm verteidigte, rückte am Ende von ihm ab.

Stattdessen haben Neuendorf und Watzke eine andere Lösung auserkoren: ebenjenen Klopp. Seit dem WM-Aus ist man nun schon im Kontakt, die Verhandlungen ließen sich in einigen Medien fast schon minutengenau nachlesen. Die Frage, was sie sich inhaltlich für den „big change“ neben dem großen Namen überlegt haben, bleibt bislang noch offen.

„Red Bull will Macht“

Genauso wie die Frage, wie das DFB-Duo eigentlich zu Klopps Vergangenheit steht. Denn der ist vertraglich noch an Red Bull gebunden. Dort arbeitet er seit Januar 2025 als „Head of Soccer“. Was das genau bedeutet, bleibt für alle außer den unmittelbar Beteiligten unklar. Wirklich konkret wurde es erst in den vergangenen Monaten: Klopp soll Berichten zufolge an der Demission von Ole Werner bei RB Leipzig treibend mitgewirkt haben.

DFB und Klopp einig – Wie es jetzt weitergeht

Das kann er auf dem neuen Posten immerhin nicht mehr. Doch wird er anscheinend seine Vergangenheit nicht mehr los. Klopp wäre nicht der erste Bundestrainer, dessen Ära von einem Sponsor begleitet wird. Doch anders als eine Hautcreme ist Red Bull nicht irgendein Geldgeber. Übernimmt der Dosenkonzern einen Klub, verschwindet seine komplette Historie. In Leipzig wurschtelt sich das Unternehmen um die 50+1-Regel herum.

Zwar investiert der Brausekonzern massiv in den deutschen Fußball, das aber mit Hintergedanken: „Red Bull will Macht gewinnen in den Sport hinein. Durch eine Person mit der neben dem Präsidenten wichtigsten Funktion im deutschen Fußball, vielleicht sogar die allerwichtigste“, sagte der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger. Da stand noch im Raum, Klopp könnte Werbebotschafter bleiben. Das rief dann auch die DFB-Landesverbände auf den Plan.

Ganz so schlimm wird es wohl nicht kommen. Viel hängt davon ab, worauf sich Watzke, Klopp, Mintzlaff und Neuendorf am Ende in New York einigen. Denn selbst eine Rolle als Teilzeit-Red-Bull-Berater könnte heikel sein. Eine überraschende Nominierung kann sich schon mal positiv auf einen Marktwert auswirken. Dann kann es zu Interessenkonflikten kommen und unangenehmen Debatten. Auch ganz ohne Red-Bull-Mütze an der Seitenlinie.

Verwendete Quelle: ntv.de

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