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Was macht die Notenbank?: Nahost-Krieg treibt US-Inflation über Vier-Prozent-Marke

Dr. Heinrich KrämerVon Dr. Heinrich KrämerJuni 10, 2026Keine Kommentare3 Minuten Lesezeit
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Was macht die Notenbank?Nahost-Krieg treibt US-Inflation über Vier-Prozent-Marke

Angesichts der Folgen des Iran-Kriegs für die Wirtschaft und insbesondere auf die Energiepreise gilt eine baldige Zinssenkung als unwahrscheinlich. (Foto: picture alliance / Sipa USA)

Längst hat der Krieg im Nahen Osten auch die US-Verbraucher erreicht. Maßgeblich getrieben von den hohen Energiepreisen kletterten die Lebenshaltungskosten. Inzwischen will jedes dritte Unternehmen absehbar die Preise anheben.

Die im Zuge des Iran-Krieges gestiegenen Energiepreise befeuern die Inflation in den USA weiter. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai auf Jahressicht um 4,2 Prozent, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Volkswirte hatten damit gerechnet, nach 3,8 Prozent im April. Im März lag die Teuerungsrate noch bei 3,3 Prozent, im Februar bei nur 2,4 Prozent. „Benzinpreise heizen die Inflation an“, sagte Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank. Der Krieg hat die Ölpreise in die Höhe getrieben – eine Entwicklung, die sich unmittelbar in gestiegenen Preisen für Benzin, Diesel und Kerosin niederschlug.

„Da die Tankstellenpreise im bisherigen Verlauf des Monats Juni nachgegeben haben, sollte damit bereits der Hochpunkt bei der jährlichen Inflationsrate erreicht sein“, ergänzte Dirk Chlench von der LBBW. Dies könnte die US-Notenbank veranlassen, trotz der jüngst starken Entwicklung am US-Arbeitsmarkt bis auf Weiteres von Leitzinserhöhungen abzusehen.

Auch die Kerninflation, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel ausgeklammert werden, legte im vergangenen Monat zu – auf 2,9 Prozent, nach 2,8 Prozent im April. Diese Teuerungsrate bildet den zugrunde liegenden Inflationstrend gut ab und wird daher von der Notenbank Federal Reserve (Fed) besonders stark beachtet. Die Fed beließ den Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Angesichts der Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Wirtschaft und insbesondere auf die Energiepreise gilt eine baldige Zinssenkung als unwahrscheinlich.

Gitzel sagte, es gebe derzeit keine Signale, dass die höheren Energiepreise auch andere Güter und Dienstleistungen auf breiter Front verteuerten. „Die vielgefürchteten Zweitrundeneffekte sind bislang nicht sichtbar“, sagte der Analyst. Gerade dies dürfte die Märkte und die Mitglieder der US-Notenbank beruhigen. Moderate Zinserhöhungen könnten ökonomisch sinnvoll sein, etwa um einen weiteren Anstieg der Inflationserwartungen einzudämmen. Ob für eine Zinserhöhung in der Fed allerdings eine Mehrheit gefunden werde, bleibe zu bezweifeln. „Vermutlich dürfte die Fed im Juni unter dem neuen Notenbankpräsidenten Kevin Warsh bei ihrer abwartenden Haltung bleiben – ein Bekenntnis zu einer baldigen Zinserhöhung wird es nicht geben.“

US-Präsident Donald Trump beschwichtigt seit Monaten und betonte zuletzt, der Anstieg sei nur „von kurzer Dauer“. Die Lebenshaltungskosten stehen in den USA im Mittelpunkt der politischen Debatte. Umfragen zeigen eine stark gesunkene Zustimmung zur Wirtschaftspolitik von Präsident Donald Trump. Der Iran-Krieg hat die Kritik auch im Lager des Präsidenten verschärft.

Und es gibt kaum Anzeichen für eine dauerhafte Lösung, die es den festsitzenden Öltankern in der Region ermöglichen würde, die Straße von Hormus zu passieren. Das bedeutet, dass die Angebotsengpässe auf den globalen Energiemärkten voraussichtlich anhalten werden. Höhere Kraftstoffpreise bereiten kleinen Unternehmen Schwierigkeiten, wie aus einer aktuellen Umfrage der National Federation of Independent Business hervorgeht. Ein Drittel der Eigentümer gab im Mai an, dass sie planen, die Preise zu erhöhen. Dies ist der höchste Wert seit Juli 2022.

Quelle: ntv.de, jwu/dpa/AFP/DJ/rts

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